Geschichten der Nacht II

Man erzählte mit ja schon vor meinen Schichten in der Nacht so einiges über das Altenheim nebenan und die sonderbaren Dinge die dort manchmal vorfielen, aber auf das Gerede hab ich nichts gegeben und auch nicht weiter verfolgt.

Nach zwei Monaten in der Nachtschicht, es war gegen halb Drei, ich stand draußen um eine Zigarette zu rauchen. Es war sehr ruhig, kein Güterverkehr auf den Schienen nebenan, sternenklarer Himmel und kein Auto in Sicht. Der plötzlich erklingende Schrei war extrem Schrill. “Mama, Mama!” hörte ich immer wieder, die Gänsehaut überzog meinen Körper und nachdem ich mich konzentrierte, war klar das die Stimme aus dem Altenheim kam. Kurz darauf ging in einem Zimmer das Licht an. “Hilfe, Hilfe!”, schrie es wieder. Danach war Ruhe. Eine Stunde später fuhr der Leichenwagen die Einfahrt hinein und seitdem gab es immer wieder mal Momente in denen man die Leute drüben Dinge schreien hörte.

Jedesmal wieder war es komisch, aber ich gewöhnte mich einfach daran. Manche Leute merken eben doch wenn der Geist aus dem Körper weichen will und wird. Irgendwie war es sogar beruhigend, dass man nicht immer einfach nur einschläft und dann ist alles rum…

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1 Kommentar zu „Geschichten der Nacht II“

  1. Tom sagt:

    Wir wohnen hier neben einem Altenheim mit einer großen Demenzstation. Wir hören solche Schreie öfter mal ohne dass jemand stirbt – einfach weil Oma oder Opa gerade in Ihrer “Welt” was Schlimmes durchleben.

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