Rollstuhlfahrer

Durch einen Beitrag im Tankstellenmarkt [www] wurde ich daran erinnert, dass ich schon lange vorhabe, mal ein paar Worte zu Rollstuhlfahrern und Tankstellen zu verfassen. Vor allem da ein Freund von mir auch im Rollstuhl sitzt und ich die täglichen Probleme zu genüge kenne und auch weiß wie sehr er manchmal zu kämpfen hat.

Für einen Rollstuhlfahrer ist es schwer bis unmöglich an der Tankstelle auszusteigen und wie ein “gesunder” Kunde das Auto zu betanken und an die Kasse zu kommen und zu bezahlen.

Denn einige können sich nur kurze Strecken per Hand und Arme fortbewegen (was auf der Tankstellenfahrbahn sehr unangenehm ist) und andere brauchen komplette Hilfe beim Ausladen des “Rollis”. Dazu nimmt der Aufbau desselbigen viel Zeit in Anspruch.

Also bleibt den Kunden nichts anderes übrig als um Hilfe zu bitten und die sollten sie auch auf alle Fälle bekommen, nur in der Praxis stellt sich natürlich die Frage, wie können die Kunden auf sich aufmerksam machen?

Bisher lautete die gängige Regel: 1x Hupen und aus dem Fenster halten damit der Kassierer direkt bescheid weiß was zu tuen ist. Nur ist es immer wichtig, dass a) der Rollifahrer etwas Zeit mitbringt, b) nicht in der Stoßzeit kommt, c) es vermeiden sollte Nachts zu tanken und d) am besten mit Bargeld bezahlen.

Denn man muss davon Ausgehen, dass der Kassierer alleine an der Kasse ist und den Laden nicht mit lautet Kunden alleine lassen kann, deshalb lautet die Anweisung: So schnell wie möglich alle Kunden bedienen und danach zu dem behinderten Kunden. In der Stoßzeit (dh Feierabendverkehr) ist selten mal zwei Minuten Ruhe um den Kunden auch ordentlich bedienen zu können.

Nacht tanken zu wollen, funktioniert mit Nachtschalter grundsätzlich nicht, denn irgendein Verbrecher könnte auf die Idee kommen, dass er den Ausweis hochhält, der Kassierer verlässt den Laden und schon sind Schloss und Riegel geöffnet für einen nächtlichen Überfall.

Mit Karte zu bezahlen ist meist problematisch, da die wenigstens Tankstellen ein mobiles Kartenlesegerät haben (wie es sie zB in Bars und Restaurants oft gibt) und der Kunde daher den Kassierer mit Kreditkarte losschicken müsste, dass verlangt oft sehr viel Vertrauen in die Person, ganz zu schweigen von der EC-Karte.

Doch was gibt es noch für Lösungen? Die Total führt gerade eine Service-Nummer ein, der Rollifahrer ruft dort an, die Tankstelle wird dann benachrichtigt und kann entweder direkt auf die Fahrbahn kommen oder sich auf den eintreffenden Kunden direkt einstellen.

Eine andere Mineralölgesellschaft hat sie so etwas wie Transmitter angeschafft, die können sich Rollstuhlfahrer bei der MÖG bestellen und wenn sie auf die Fahrbahn fahren klingelt es an der Kasse, der Kassierer weiß das jemand auf der Fahrbahn steht.

Doch das es für Rollstuhlfahrer immer umständlich sein wird, alleine auf die Tankstelle zu fahren um sein KFZ zu betanken, dass ist für die nächsten Jahre fast unausweichlich. So schlimm es auch ist… Ich würde es gerne ändern!

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