10. Mai 2009 ~ Keine KundenKunden

Intern: Vorstellung

 

Einen wunderschönen Muttertag zusammen !

Nachdem es Patrick bereits angekündigt hat, möchte ich mich kurz selbst vorstellen, damit ihr wisst, wer euch hier versucht bei Laune zu halten ;-)

Mein Name ist Sebastian, ich bin 28 Jahre alt, und seit 14 Jahren im Tankstellengewerbe aktiv. Zusammen mit meinem Eltern betreibe ich eine z.Zt. freie Tankstelle im Rhein-Main-Gebiet mit SB-Wäsche, Staubsauer, Lotto, Paketshop, etc.

Auf den Tankwartblog (damals noch zwonull) bin ich im Jahr 2007 gestoßen, und fühlte mich sofort heimisch, es gab noch jemanden in dieser Welt, der das selbe Schicksal wie ich teilte. Es tat gut zu wissen, das nicht nur bei einem selbst seltsame Kunden auftauchen. Seit dem lese ich hier rege mit, und beteilige mich mit diversen Kommentaren. Ich hoffe es passiert ein bisschen was schreibwürdiges in dieser Woche, oder doch besser nicht ? :-D  

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10. Mai 2009 ~ 1 Kundenmeinung

Taschengeld

Es mag mit den “besonderen Kunden” in letzter Zeit nicht aufhören, ich hoffe ihr seid nicht schon ganz genervt. Ich zitiere kurz ein bisschen aus der Wikipedia zum Taschengeldparagrafen [www]:

Die Überlassung des Taschengelds zur freien Verfügung oder zu einem bestimmten Zweck ersetzt also die Zustimmung zu dem konkreten Vertragsschluss.

Die Vorschrift macht in Deutschland den Umgang mit dem eigenen Taschengeld für beschränkt geschäftsfähige Minderjährige, d. h. Minderjährige, die das 7. Lebensjahr vollendet haben, flexibler, weil alltägliche, kleinere „Geschäfte“ wie der Kauf einer CD oder ähnliches ohne Zustimmung der Eltern im Einzelfall möglich gemacht werden

Soweit, so gut, ich denke wir wissen nun in welchem Rahmen wir uns hier bewegen, ich sage mal, alles bis 15 oder maximal 20 Euro fällt darunter, der Rest ist ersteinmal zu teuer.
Generell sollte man sich natürlich Fragen, ob man einem 9 Jährigen eine Telefonkarte für 50 Euro verkaufen sollte…
Die Situation war folgende, es gibt ja seit ein paar Wochen diese Match Attax Sammelkarten [www]. Ein Päckchen kostet einen Euro und darin befinden sich sechs Sammelkarten, die Teile gehen weg wie warme Semmel. Pro Woche verkaufen wir knapp 400 (!!!) Päckchen Sammelkarten. Die Hauptzielgruppe liegt meiner Meinung nach zwischen 8 und 14 Jahren. Der normale Verkauf liegt ungefähr zwischen 3 und 5 Päckchen pro Kunden.

Um nun zur Hauptstory zu kommen, es ist Mittwoch Abend, kurz nach sieben Uhr, ein junger Kunde, 8 Jahre, betritt den Laden und hat 60 Sammelkarten in der Hand. Lose. Ohne Verpackung.
Er hätte sie gerne zurückgegeben, sein Vater wolle das nicht. Meine Kassiererin reagierte richtig und verweigerte den Wunsch. Ich meine, was sollen wir denn mit 60 losen Sammelkarten? Die kann ich doch niemandem mehr für den annähernden normalen VK-Preis verkaufen…
Der Junge verlor zwar ein paar Tränen, aber was soll ich denn machen?

Circa 15 Minuten später klingelt mein Handy, meine Mitarbeiterin erklärte mir kurz den Sachverhalt und sagte, dass der Vater nun da wäre und mich sprechen wolle. Na bitte!

Kunde: “Ja hallo, $Name hier!”

Ich: “Guten Abend, wie kann ich helfen?”

Kunde: “Mein Sohn hat hier ZEHN Euro für Fussballkarten ausgegeben! Das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Das ist Betrug!”

Ich: “Huiuiui, nun mal ganz langsam! Sie kennen den Taschengeldparagrafen? Da fällt ihr Sohn mit 8 Jahren und zehn Euro locker darunter! Ich würde die Karten ja prinzipiell auch zurücknehmen, aber die sind schon aufgerissen und aus der Verpackung gezogen? Was soll ich da denn machen? Ich würde mich mit ihnen einigen können, wenn sie sagen, dass ich alle Karten für fünf Euro bekomme. Aber das muss reichen, vielleicht bekomme ich die dann ja noch los!”

Kunde: “Das kannn doch nicht wahr sein, ihr seid Betrüger! Ich verarscht hier die Leute und die kleinen Kinder mit eurer Profitgier. Das erzähl ich überall herum!”, sprach es und plötzlich hatte ich meine Kassiererin wieder am Telefon:
“…der ist aus dem Shop gerauscht mit dem Kind unterm Arm!”

Na bitte… es gibt Wochen…

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7. Mai 2009 ~ 5 KundenmeinungenKunden

Erst ab 18

Ein junger Mann betritt Montag Abends den Laden, es herrscht Feierabendverkehr und die Hütte ist voll, er hätte gerne ein Päckchen billige Zigaretten.

Ich: “Sind Sie denn schon 18?” (Ja, ich Sieze meine Kundschaft durch die Bank weg.)

Kunde: “Klar!”

Ich: “Haben Sie Ihren Ausweis dabei?”

Der Kunde greift in den Hosenseckel und zieht seinen Ausweis hervor.

Jahr: 1991. Mein Gott, dass man so spät geboren sein kann und schon Volljährig wird… Ich werde alt :-)
Monat: Oktober….

Ich: “Guter Versuch. Sorry aber ich darf leider nicht!”

Kunde: “Könntest du bitte nicht eine Ausnahme machen?”

Ich: “Nein, sorry, aber es geht leider nicht!”

Der Kunde hinter ihm, ich schätze Ihn einfach mal so auf Mitte 50.

Kunde 2: “Was stellen Sie sich denn da jetzt so an? Mit 17 ist man wohl in der Lage klar zu entscheiden wer was machen sollte und was nicht!”

Ich: “Das mag sein, aber das Gesetz sieht das anders und ich bringe mich nicht in Teufels Küche! Gerade wir an der Tankstelle stehen mit Alkohol und Tabak mit dem Rücken an der Wand. Ich kann das nicht entscheiden, muss aber das Gesetz so respektieren!”

Kunde2: “Dann kauf ich ihm eben die Zigaretten…”

Ich: “…aber nicht bei mir! Damit haben Sie sich disqualifiziert, damit würde ich mich auch Strafbar machen!”

Kunde 2: “Wie kann man nur so Stur sein?”

In dem Moment mischt sich eine Dame, Ende 20, Anfang 30 in das Gespräch ein…

Kundin zu Kunde 2: “Sie sind ja ein tolles Vorbild, da beachtet mal jemand das Jugendschutzgesetz und dann machen Sie ihn noch so an! Was kann der Herr an der Kasse denn dafür?”

Kunde 2: “Ach wisst ihr was. Mir alles egal, ich bezahl mein Tanken!”

Tatsächlich ist es auch egal was ich denke, ich muss eben Gesetze beachten und gerade das Jugendschutzgesetz wurde so verschärft das wir keine andere Wahl haben als grundsätzlich nach dem Personalausweis zu fragen.

Die Regel lautet mittlerweile, alles was man nicht Älter als 25 Jahren schätzt wird nach dem Ausweis gefragt.
Sowohl bei Alkohol, als auch Tabak und Lotto… Gerade bei dem Thema Lotto spielen wird es ja gerade brandheiss…

Wir haben übrigens die letzten zwei lottointernen Überprüfungen erfolgreich bestanden!

Achja, selbst die Mineralölgesellschaften überprüfen mittlerweile mit jugendlichaussehenden Shoptestern ob der Jugendschutz eingehalten wird. Früher bestanden die Daten nur aus Freundlichkeit, Sauberkeit und Service!

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6. Mai 2009 ~ Keine KundenKunden

Zum Heulen

Inventur während dem laufenden Geschäftsbetrieb ist immer so eine Sache. Entweder zähle ich einen kleinen Block an Artikeln und gebe das zeitnah in den Computer ein oder ich habe grundsätzlich Inventurdifferenzen.
Ist ja aber auch logisch, wenn ich jetzt 10 Dosen Cola zähle, kurz danach eine Dose gekauft wird und ich dann erst das Ergebnis in den Computer eintrage, dann liegt mein IST über dem SOLL-Bestand. Also: falsches Ergebnis.

Kurze Erklärung, der IST-Bestand, ist der physisch an der Station vorhandene Bestand. Also der tatsächliche.
Der SOLL-Bestand wird vom Warenwirtschaftssystem errechnet und gepflegt.
Die Differenz ist dann gleichzeitig die Inventurdifferenz.
Deswegen machen händische Inventuren eigentlich nur Sinn, wenn diese außerhalb der Öffnungszeiten durchgeführt werden.

Nun gibt es aber für viele WWS (Warenwirtschaftssysteme) eine tolle Erfindung: das MDE-Gerät.
Dieses Gerät zieht sich den kompletten Artikelstamm der Station auf seinen Speicher und nun kann man mit diesem kleinen tragbaren Scanner alle Produkte abscannen und deren Anzahl , also den IST-Bestand, eingeben.
Der Vorteil ist klar, zähle ich jetzt 6 Dosen Cola, setzt das MDE-Gerät einen Zeitstempel und zieht ab diesem Zeitpunkt alle Verkäuft ab. Somit entgehe ich Differenzen die über Verkäufe enstehen, dass Problem allerdings: Das MDE-Gerät muss die gleiche Uhrzeit haben wie das WWS.
Also immer auf das aktualisieren achten, aber darauf wollte ich eigentlich garnicht hinaus.

Ich muss für unsere Bilanz eine komplette Shop-Inventur machen, habe bei dem neuen System das erste Mal das MDE-Gerät benutzt. Leider hatte ich dafür noch keine Einweisung bei dem Crash-Seminar, kenne es aber noch aus Shell-Zeiten. Naja nun habe ich zum Test mal eine kleinere Warengruppegezählt und mir das Ergebnis angeschaut, bis auf zwei oder drei Kleinigkeiten ist die Benutzung aber gleich. Also habe ich von morgens um sieben bis Abends um 20 Uhr einmal komplett alleine den Shop mit allen Waren gezählt.
Prinzipiell zählt man eigentlich Warengruppe für Warengruppe und nicht alles auf einmal, aber in meinem Übereifer habe ich die Grundregel natürlich außer acht gelassen.

Ich lege also das MDE-Gerät auf meine Docking-Station, stelle das Teil auf “Senden” und rufe mit meinem PC die Daten ab… Zumindest soweit der Plan, nur wollte das verdammte WWS die Daten nicht haben: ‘Vorherige Inventur wird noch verbucht’! Was zur Hölle? 100 Artikel brauchen mehr als 10 Stunden zur verbuchung?
Also gemacht und getan, gewerkelt und getippt aber das Teil wollte sich nicht dazu bewegen lassen, endlich meine Inventur abzurufen. Natürlich war die Hotline auch nicht mehr besetzt und jetzt ist guter Rat teuer.
Neues WWS, neues MDE-Gerät und zehn Stunden Arbeit sollen für die Katz gewesen sein? Denn ich muss die Daten HEUTE einlesen, nicht morgen. Wir brauchen den kompletten Monat und nicht ein oder zwei Tage mehr.

Ich glaube ich war noch nie so kurz davor ein paar Tränen zu entlassen… Zum Glück ist die nächsten zwanzig Minuten keiner ins Büro gekommen, dass hätte wirklich Tote gegeben.

Also musste ich doch alles händisch nach Ladenschluss aufnehmen. Dauer? Bis 5 Uhr Morgens. Arbeitstag: 27 Stunden.

Mittlerweile kann ich wieder darüber lachen :-) Was eine Aktion… Tja, WG für WG zählen ;D

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5. Mai 2009 ~ 6 KundenmeinungenKunden

Pappnase

Ich glaube man kann mir nicht vorwerfen das ich unfreundlich zu Kunden wäre oder nicht Kulant mit den meisten umgehe! Wirklich nicht… Aber die Pappnase (sorry…) von heute morgen hat mich fast meine Höflichkeit vergessen lassen!
Wir haben hier gekühlte 5l-Einwegfässer mit Bier in der Kühlung stehen. Regulärer Preis: 15,39 €.
Da ich Freitag etwas in Eile war, habe ich selbst nicht mehr den Preis gegenkontrolliert und einer meiner Kassierer natürlich auch nicht, somit Stand auf dem Preisschild 1,54 €. Mir ist einfach das Komma eine Stelle nach vorne gerutscht und durch die automatische Rundung (1,539 = 1,54) kam der Preis zustande.

Naja entsprechender Herr steht also um kurz nach sieben Uhr vor mir, dass Fässchen auf der Theke.
Beim einscannen fällt mir dann auch direkt auf, dass da etwas nicht stimmt und konnte den Fehler auch relativ schnell lokalisieren.

Ich: “Entschuldigung, aber da ist mir ein Fehler beim eingeben unterlaufen. Ich habe das Komma falsch gesetzt, dass Fässchen kostet regulär 15,39 €! Wollen Sie es dann immer noch mitnehmen?”

Kunde: “Das ist ihr Fehler und ihr Pech, nicht meines. Ich will es für den Preis der auf dem Etikett steht.”

Ich: “Verständlich, wer will nicht 5l-Bier für den Preis. Aber wie gesagt das ist ein Irrtum. Ich wäre allerdings bereit Ihnen das Fässchen zum EK anzubieten. Das wären dann allerdings immer noch etwas über 10 Euro! Als Kulanz natürlich!”

Kunde: “Hören Sie mir mal zu: ICH bezahle keine ZWEI Euro! Kappische?”

Ich: “Ja ich versteh das schon, aber wenn Sie nun noch laut werden wollen: Bitte schön! Sie verlassen nun einfach bitte diese Tankstelle!”

Kunde: “Ich verlasse hier garnix, ich geh erst wenn ich das Fässchen Bier hab. Für den Preis auf dem Etikett. Ich lass mich doch von so nem Arsch wie dir nicht dumm anmachen?”

Ich: “Arsch. Einfallsreich. Naja gut, wie dem sei, ich hab Ihnen versucht zu erklären das das so nicht funktioniert. Ich bin bereit Ihnen das Fässchen für den EK + USt. zu verkaufen. Kein Thema, ich sehe meinen Fehler ein, aber es bringt nichts wenn Sie hier laut und frech werden!”

Kunde: “Ich höre nur Scheisse von dir. Gib mir das Fass einfach für das Geld auf dem Etikett und gut ist! Meine Fresse wie kann man nur so dumm sein!”

Ich: “Okay du Pappnase, Grenze überschritten. Herzlichen Glückwunsch, hat seit 5 Jahren keiner gepackt! Also ich sags nochmal, entweder Sie gehen freiwillig oder ich rufe die Polizei.”

Kunde: “Traust du dich doch eh nicht.”

Als ich dann das Telefonbuch ausgepackt habe und gerade dabei war die Nummer zu wählen hat mein neuer Freund auf einmal doch ein bisschen Muffesausen bekommen und ist weg mit den Worten…
…”ich komm wieder!”

Bla…bla…bla… Ein Morgen kann so anstrengend sein, wieso sind manche Menschen so wie sie sind…

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