27. September 2009 ~ 2 KundenmeinungenKunden

Irgendwer wird es zumindest haben…

Ein Kunde steht eben vor mir und schaut mich mit großen Augen an:

“Wo habt ihr denn den Energydrink Upgrade?”

Es rattert in meinem Kopf und erinnere mich an ein kleines Paket das ich vor circa einem Jahr bekommen habe, darin drei Ampullen mit einem “neuen” Energydrink. Hochkonzentriert.

Die Ampullen würden in einem Schaukasten für die Kassenzone geliefert.
Ich habe mich damals gegen das Produkt entschieden, da ich kein Freund von Produkten bin, die ich nur an der Kassenzone anständig präsentieren kann. Denn dazu habe ich keinen Platz.

Kunde: “Aber auf der Homepage steht das Sie das haben…!”

Ich habe keine Ahnung wie die dazu kommen, uns als Händler zu listen. Also habe ich etwas gesucht und die Homepage gefunden, unter Händler stehen verschiedene Mineralölgesellschaften und Apotheken.

Naja irgendwer in den ganzen Netzen wird das schon haben, aber generell die Marke anzugeben, erscheint mir… Mutig!

[www]

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23. September 2009 ~ 3 KundenmeinungenKunden

Zigarettenregal, die Unendlichste

Eben war ein Vertreter von Reemtsma hier. Er hätte sich mal nach unserem Zigarettenregal erkundigen lassen und laut unserer MÖG sind wir für das 3. Quartal 2009 eingeplant.
Die Freude war erst einmal groß, allerdings ist mir kurz danach aufgefallen das wir a) schon das dritte Quartal haben und b) das schon seit fast einem Monat… irgendwie ist da nun etwas Pessimismus draus geworden.

Also weiter Daumen drücken!

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21. September 2009 ~ 1 Kundenmeinung

Bis sich die Balken biegen

Ich hatte vor gut vier Wochen mir einen Tag frei genommen, den Tag habe ich unter anderem zu einem Besuch im Tattooladen meines Vertrauens genutzt. Ich hab mir also einen faulen Lenz bereitet, dass aber genau an denen Tagen Dinge geschehen, an denen man vor Ort sein sollte, ist ja klar.

Gegen elf Uhr morgens klingelt das Handy, die Tankstelle ruft an:

Mitarbeiterin: “Patrick… da ist gerade eine Frau aus der Waschstraße gefahren und hat uns dabei die Felgenbürste abgerissen!”
Ich: “Na super, wie heißt die Kundin denn?”
Mitarbeiterin: “Keine Ahnung… Die ist einfach weggefahren?”
Ich: “DIE IST WAS?”
Mitarbeiterin: “Einfach weitergefahren. Ich hab draußen die Mülleimer geleert und dann gab es nen riesen Krach und ich sah wie Sie aus der Waschstraße gefahren ist und danach lag die Felgenbürste auf dem Boden… auf der Einfahrtsschiene!”
Ich: “Was war das denn für ein Auto? Kennzeichen?”
Mitarbeiterin: “Schwarzer BMW X5… Kennzeichen hab ich nur halb: “XX-XX ….”
Ich: “Immerhin etwas… Ruf direkt die Polizei an, ich kümmere mich bei unserer Mineralölgesellschaft um alles!”

Sie ruft also bei der Polizei an und ich bei der Schadensabteilung. Die Polizei nimmt alles auf und kommt einen Tag später dann zur Aufnahme des Schadens.

Fünf Tage später kommt endlich die Waschanlagenfirma und setzt uns die Felgenwäsche außer Betrieb, so dass wir dann auch endlich mal mit den Wäschen weitermachen können. Als Entschädigung für die nicht vorhandene Felgenwäsche gibt es 1,50€ Rabatt.

Es dauerte nun geschlagene vier Wochen bis endlich die neuen Radwaschbürsten montiert und instand gesetzt wurden. Schadenssumme knapp 2500€. Mir sind um die 500€ durch die Lappen gegangen, die ich mir eigentlich zivilrechtlich von der Schädigerin wiederholen will.

Eben ruft die Polizei an und sagt uns, dass die Dame der das Auto gehört, den Schaden bestreitet. Als sie aus der Waschstraße gefahren wäre, hätte alles noch funktioniert. Leider nicht.

Zum Glück war der Werkstattmensch noch Zeuge, so das nicht Aussage gegen Aussage steht. Leider konnte ich mir noch kein Bild vom Schadensauto machen, denn normalerweise sollte man doch Spuren sehen.

Mal schauen wie das weiter geht!

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18. September 2009 ~ Keine KundenKunden

Der tiefe Fall

Ich habe mir den ganzen Tag Gedanken darüber gemacht, wie ich diesen Beitrag anfange. Nein, eigentlich stimmt das nicht. Ich habe mir den ganzen Tag Gedanken über den ganzen Text gemacht.

Das gerade wir an der Tankstelle sehr viel intensiven Kundenkontakt haben, brauche ich kaum jemandem erzählen.

Viele Kunden sehen wir mindestens einmal am Tag. Und wenn es nur die Schachtel Zigaretten sind. Oder der Kaffee. Oder die Flasche Bier, Jägermeister. Kurz: Alkohol.

Nachts steigt diese Intensität um ein vielfaches. Nach einer Woche Nachtschicht lebt man manchmal ein anderes Leben mit, man fühlt mit den Kunden, baut Verbindungen auf.

Manche Kunden, bleiben einem aber auch im Gedächtnis, weil Sie einfach auf Ihre Weise seitlich des Stromes schwimmen.

So T.! T. kam jede Nacht, kaufte einen doppelten Espresso zum mitnehmen und ein Päckchen Camel ohne Filter. Jede Nacht.
Ich kenne Ihn nur mit Anzug, frisch rasiert, gutes Aftershave. Ein gepflegter Mann. Durchweg freundlich, immer.
“Einen doppelten Espresso bitte”, “vielen Dank”, “einen wunderschönen Dienst”…

Er blieb mir im Gedächtnis, wegen seiner unglaublichen Freundlichkeit. Und wegen seines ungewöhnlichen Zeitpunktes zum Aufstehen. Mitten in der Nacht. Oder ins Bett gehen!
Dann noch das Detail, dass er bei einer Management-Casting-Show im TV mitmachte. Erfolglos.

Ich habe T. seit dem Ende meiner Ausbildung Mitte 06 nicht mehr wieder gesehen.

Meine Tankstelle ist nun circa 60km entfernt meiner Ausbildungsstätte, abseits der Autobahn und Bundesstraße. Das ich einen ehemaligen Kunden wiedersehe, wäre der pure Zufall.
Und doch traff ich T. Montag wieder. Er stand dort heruntergekommen mit einem Fahrradanhänger und vier Pfandgasflaschen und wollte Sie zurückgeben!

“Patrick… Das ich dich nochmal wiedersehe!”
“T.? Guten Morgen… Was ein Zufall!”
“Aber hallo. Wow der Luftwechsel hat dir wirklich gut getan! Aus dir ist ja ein richtig hübscher Mann geworden!”

T. war jemand, der unglaublich gut mit Worten umgehen konnte, sich direkt beliebt machen. Aber diese Worte waren Schall und Rauch. Dieser Mann, hat in drei Jahren anscheinend sein Selbstwertgefühl verloren.
Der Atem war durchzogen von Hochprozentigem. Qualm. Altem Schweiss.
Sein Äußeres war ausgezehrt, seine Kleidung abgetragen.

“T. was machst du denn hier?”
“Ich arbeite im Innenausbau und muss für den Chef Gasflaschen abgeben!”
“Achso, na dann gib die mal her.”
Ich lud die Flaschen aus und überreichte ihm knapp 150 Euro!

Wir wechselten noch zwei, drei kurze Sätze und dann verabschiedete ich mich. Montags ist nicht der Tag, andem ich viel Zeit für private Dinge habe.

Heute Morgen standen zwei Polizisten für meinem Büro, man Suche einen Mann der Gasflaschen-Diebstahl begehen würde.
Ich dachte anscheinend laut: “T.?”

“Ach Sie kennen den Herren?”, einer der Polizisten klappte eine Mappe auf. Darin das Bild und der vollständige Name des Kunden.

Mir schoss eigentlich nur durch den Kopf: “Verdammt…, dass hätte ich mir Denken müssen!”, aber ich glaube ich wollte es an dem Tag nicht wahr haben…

Ich erzählte den zwei Beamten wie mein Verhältnis zu T. ist, wieso ich ihn kenne.

Ich würde T. gerne helfen, aber ich glaube ich bin die faölsche Person. Wie soll ich jemandem helfen, der säuft? Ich könnte ihm Arbeit geben, aber Alkoholprobleme sind nichts für die Tankstelle. Zu Nah am Stoff. Zu nah am Geld. Zumindest für einen Alki mit Geldproblemen.

Gerne würde ich ihm helfen, aber jemanden ohne “anscheinend” festen Wohnsitz finden und helfen? Fast aussichtslos…

Ich weiuß nicht, wieso T. mich so mitnimmt, aber er tut es. obwohl mir das nicht passieren dürfte.

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