Vielleicht, aber auch nur vielleicht erwarte ich zuviel von meinen Kunden.
Man beachte, dass ich erst seit einer Viertelstunde Kasse mache, ich hoffe das geht nicht so weiter.
Kundin 1, eine ältere Dame, tankt und möchte gerne noch eine Wäsche dazuhaben. Kein Problem, außer, die Kundin hat nur 25€ dabei, statt dem Gesamtbetrag von circa 80€. Ich bitte Sie, mir den Personalausweis zu geben, damit ich mir Adresse und Ausweisnummer aufschreiben kann.
Ich: “So, dass sind dann abzüglich der Wäsche 70€!”
Kundin1: “Was? Wieso 70? Ich denke 80€!”
Ich: “Ja, mit der Wäsche, aber die habe ich abgezogen!”
Kundin1: “Wieso das denn?”
Ich: “Naja, sie haben kein Geld dabei und daher dürfen Sie auch nur das mitnehmen, was wirklich nötig ist. Und da ich den Sprit nicht mehr absaugen darf, können Sie den auch behalten!”
Kundin1: “Aber ich will waschen!”
Wäre das nicht eine eher betagte Kundin, wäre ich wirklich hart geblieben, aber so…
Ich: “Okay, ein Vorschlag. Statt die 25€ hier zu lassen, als Anzahlung, schreib ich das komplette Tanken auf und sie kaufen von einem Teil davon die Wäsche und nehmen den Rest wieder mit! Dafür kommen Sie heute Abend den Rest bezahlen, okay?”
Kundin1: “Wenn es sein muss, ich versteh das trotzdem nicht!”
Zur gleichen Zeit betritt Kundin2 den Laden. Ich glaube, überall gibt es den oder die Kundin, diese spezielle Sorte Menschen, die immer in Erinnerung bleiben. Leider oft nicht sehr postitiv. Sie, Anfang 50, immer ordentlich gekleidet, spielt viel Lotto.
Jedesmal will sie ihre (ungelogen) 30 Lottoquittungen durchgezogen haben um kontrollieren zu lassen, ob den ein Gewinn auf den Scheinen ist. Was Ansich auch kein Problem ist, allerdings geht Sie zu circa sechs Lottoannahmestellen und macht das gleiche nochmal, nicht das ihr ein Gewinn unterschlagen wird. Und ja, sie prüft die Zettel zuhause natürlich auch und vor allem kennt sie ihre Gewinne und vor allem Gewinnsummen genau.
Nicht das es möglich wäre, ihr Gewinne zu unterschlagen, aber gut. Natürlich fängt alles mit einer Auspackarie an und hinterlässt kriegsähnliche Zustände und brummende Köpfe. Sie verlässt niemals den Laden UNTER einer Viertelstunde und spielt maximal für 5€. Ansich auch kein Thema, ABER sie blockiert konsequent eine Zapfsäule. Ich habe sie schon mehrmals gebeten das nicht mehr zu tuen, aber das ist ihr egal.
Im Laufe der Zeit hat sie sowohl von mir, als auch vom Vorpächter, Hausverbot bekommen, da sie anscheinend manchmal starke Ausraster hat und dann jeden und alles bis aufs Übelste beleidigt.
Und heute wieder…
Sie also wieder da, tausende von Zetteln und steht an der Zapfsäule, dass Tankfeld ist voll.
Ich: “Gute Dame, bevor wir hier Anfangen, fahren Sie bitte ihr Auto auf die Seite. Ich habe ihnen das schon mehrfach erklärt!”
Kundin2: “Und ich will da stehen bleiben! Wo soll ich denn hin? Ich bin immer so schnell fertig!”
Ich: “Das hat mit schnell nichts zu tuen. Aber dort würde gerne jemand Tanken und kann nicht. Ich habe ihnen schonmal gesagt: Fahren sie bitte an den Staubsaugerplatz, oder hier rechts neber den Shop. Auch auf der Straße gegenüber ist genug Platz! Aber bitte nicht an der Säule!”
Kundin2: “Das ist mir egal was die anderen für Probleme haben!”
Ich: “Okay, zwei Möglichkeiten, entweder sie fahren jetzt ihr Auto bitte auf die Seite oder ich ziehe das mit dem Hausverbot wirklich durch. Aber sie können nicht einfach auf Stur schalten, nur weil ihnen die anderen Leute egal sind! Ich bin für Möglichkeit eins, wenn sie also so nett wären?”
Sie ging, stieg in ihr Auto und fuhr ganz weg. Zwei Wochen, wetten das? Spätestens, wenn die anderen Lädenbesitzer sie auch mal wieder rausschmeißen… Und das passiert, wie immer.
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