18. März 2010 ~ Keine KundenKunden

Planogramm beachten

Eines der wirklich “gravierenderen” Dinge, bei dem ersten Besuchs unseres neuen Bezirksleiters war, dass wir den Shop noch nicht wirklich nach Planogramm umgeräumt hatten.
Ein Planogram kann man sich so vorstellen:
Es gibt mehrere Größen, je nach Tankstelle. Zum Beispiel für die Kühlung:
3x 70cm mit 5 Böden
3x 70cm mit 4 Böden
1x 380cm mit 5 Böden
etc.
Je nachdem ob die jeweilige Station ein komplettes offenes Kühlregal hat oder einzelne Kühlschränke.
Da an Tankstellen die Regalbretter immer die gleichen Maße haben (60, 70 und 90cm im Regelfall) muss die Shopabteilung also nur für verschiedene Szenarien Konzepte entwerfen!
Dann wird festgelegt, welches Kernsortiment man im Programm haben sollte, dass wäre im Kühlungbereich logischerweise Coca Cola Ds, Coca cola 0,5l, Coca Cola 1l, Evian, Gerolsteiner etc. Dann wird noch zwischen Nord-, West-, Ost- und Süddeutschland unterschieden um regionale Produkte mit einzubeziehen.
Danach gibt es dann Warengruppen die an einem bestimmten Platz stehen sollen.
Nun darf man sich an diesen Konzepten also nach und nach abarbeiten.
Punkt für Punkt ist das eigentlich eine ganz einfache Geschichte.

Als erstes sammel ich immer die kompletten Preisschilder ein und sortiere sie, nach Planogramm, in die Kühlung um ein gewisses Grundkonzept vor mir zu haben. Danach wird die komplette Kühlung ausgeräumt (und ich sage euch, nachdem man 500 Dosen und Flaschen in der Hand hatte, hat man weder Lust noch Platz) und ein Spiegel gestellt. Das heißt, jeweils ein Produkt kommt an den Ort, den man laut Planogramm stellen muss. Wer einmal ein Regal komplett neu eingeräumt hat und danach feststellt, dass die letzte untere Reihe nicht passt und alle Böden einmal nach oben rutschen müssen, wird das nie wieder vergessen.
Also heißt es nach dem Spiegel stellen: Böden verstellen, Böden verstellen. Entweder etwas schräger, etwas gräder oder nach oben rutschen.
Nach zwei Stunden schweisstreibender Arbeit waren wir dann endlich fertig.

Das Lebensmittel/Drogerieregal, Bifi-/Kleinspirituosenregal, Spirituosen-/Wein-/Sektregal hat meine Freundin mit mir schon am Wochenende umgestellt. Danke dafür nochmal Süsse.

Was fehlt, wäre noch das Autozubehörregal, dafür muss ich aber erst nochmal drei Regalböden besorgen.

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17. März 2010 ~ 1 Kundenmeinung

Bewerbungsabsagen

So gerne ich manche Menschen, weil sie mit persönlich Leid tuen, hier anstellen würde, es geht aber nicht.
Ein Bewerber war gerade da, der mir erzählte das sein Geld hinten und vorne nicht langt und er kaum Rente bekommt. Seine Frau bekommt noch nichteinmal 50€ im Monat.
Ein ganz lieber, netter und älterer Herr.
Positiv ist natürlich, dass er hier aus dem Ort kommen würde und immer Zeit hätte. Eine treue Seele, so mein Eindruck nachdem hier hier war.

Allerdings riecht er etwas Streng, ist ein bisschen zu langsam in seiner Art. Das sind zwei Sachen für ein No-Go an der Kasse. Wenn wir hier Stoßzeiten haben, dann muss es fix gehen. Keine Zeit um groß zu denken.
Weiterhin darf er, aufgrund seiner Zuschüsse vom Amt, nur 100€ dazu verdienen. Das ist viel zu wenig für die Stelle die ich eigentlich Suche, ich kann nicht extra noch jemanden Einstellen.

Aber trotzdem habe ich Mitleid, würde dem Mann so gerne eine Chance geben. Vielleicht, dass muss ich mir allerdings noch richtig durchrechnen, kann ich den Mann hier vier oder fünf Stunden die Woche kommen lassen und Waschhalle und Hof in Ordnung bringen.

Manchmal hasse ich diesen Job…

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16. März 2010 ~ 7 KundenmeinungenKunden

Da läuft was schief

Über das “Tankstelle Magazin” lief eben folgende Meldung über den Ticker [www]:

[...] Gewinneinbruch um fast 70 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar hinnehmen. Zugleich kündigte Voser ein Sparprogramm an. Es trifft vor allem das zuletzt schwierige Raffinerie- und Tankstellengeschäft. Weltweit will Shell seine Raffineriekapazitäten um 15 Prozent senken und sogar 35 Prozent der Tankstellen dicht machen.[...]

Was läuft da schief? Weltwirtschaftskrise und trotzdem 9,8 Milliarden Doller Gewinn. Ist doch toll, oder?
Das muss man sich erstmal klar machen, wieviel Kohle die trotzdem gemacht haben.

Yahoo [www] meldet über BP:

Bis Ende Dezember 2009 kam das britische Unternehmen auf einen Gewinn zu Wiederbeschaffungspreisen von 13,96 Milliarden Dollar (10,03 Mrd Euro) – das waren 45 Prozent weniger als im Vorjahr.

13,96 Milliarden Dollar. Umpf. Nett, sehr nett.

Langsam und irgendwann, kommt die Zeit, in denen die Jungs und Mädls an den Konzernspitzen wieder lernen, was Geld wert ist. Was ein gesundes Gewinnstreben ist. Vielleicht sollten Regierungen mal aufwachen und auch den Aktionären erklären, ab wann man bei wieviel Dividende 95% Steuern bezahlen muss.

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15. März 2010 ~ 1 Kundenmeinung

Aushilfen-Basar

Ich suche momentan wieder mal eine Aushilfe auf 400€ Basis. die Bedingungen sind klar: Schichtstunden entweder Vier oder Acht unter der Woche, am Wochenende Sechs oder Acht. Je nach Tag, je nach Einteilung.
Die Angestellten haben bis zum 20. des Vormonats Zeit Tage anzugeben, an denen sie terminlich Verhindert sind. Daraufhin erstelle ich den Arbeitsplan.
Als Stundenlohn gibt es 6,20€. Nicht wirklich viel, aber ich kenne Kollegen, deren Lohn bis zu 5€ runter geht. Wenn ich mehr zahlen könnte, würde ich das auch. Aber mehr gibt der Geschäftsplan eben nicht her.

Auf jedenfall stand gestern Abend ein Kunde da der sich nach den Daten erkundigte und seine Antwort:
“Gut, ich brauche das für meinen Sohn. Also mit den sechs und acht Stunden pro Schicht bin ich einverstanden, der Rest kann dann ja jemand anderes machen. Weil der braucht ja zwanzig Minuten bis zur Tankstelle.”

Und der Zweite heute morgen:
“Also für 6,80€ würde ich Anfangen. OK?”
Ich: “Nein. Nehmen Sie mir das nicht Böse, wir zwei werden auch nicht mehr zusammen finden. Trotzdem vielen Dank!”

Ohje, wenn das nun so weiter geht…!

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15. März 2010 ~ Keine KundenKunden

Geplatzter Schlauch

Ich sitze noch im Büro, bereite mich auf meinen anstehenden Kassendienst vor als die Kassiererin ins Büro gestürmt kommt.
“Da steht ne Kundin an der Nummer 2 und tankt. Der läuft das ganze Benzin wieder unten am Auto raus.”

Verdammt, das können nun zwei Liter sein, genauso wie 20. Ich schnappe mir noch schnell aus dem Lager das Kraftstoffbindemittel und beeile mich raus. Nachdem ich überprüft habe, dass sie auch nicht weiter tankt (lacht nicht, viele vergessen das durch den Schreck) habe ich erstmal einen Behälter unter das Auto gelegt um weiteres Auslaufen auf der Fahrbahn zu vermeiden und einen kleinen Ring Bindemittel um das Auto gestreut.
Nachdem ich dann den Werkstattbesitzer gerufen habe, stellte er fest, dass der Schlauch zum Kraftstofffilter gerissen ist und wir das Auto erstmal neben die Werkstatt schieben müssen.
Danach habe ich erstmal eine Viertelstunde lang Bindemittel streuen und kehren dürfen.
Wer Kraftstoffbindemittel nicht kennt: Leicht geklumptes, gelbes Pulver.
Glaubt mir, dass Kehren macht bei kräftigem Wind keinen Spass. Probiert das mal mit einem Kilo Puderzucker vor der Tür…

Das ganze ist zum Glück noch glimpflich ausgegangen. Während meiner Ausbildungszeit hat es eine Kundin mal geschafft 100 Liter Super auslaufen zu lassen, ohne zu merken das sie mit den Füßen mitten in dem kleinen Teich steht und es wahnsinnig Kratzt in der Nase.
Da ‘darf’ man schnell mal die Fahrbahn absperren und die ganze Sauerrei beseitigen, bevor noch ein paar Autos durch die Benzinlache fahren!

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