13. August 2010 ~ Keine KundenKunden

Da kam die Gondel…

…dann wieder. Nachdem unser alter Bezirksleiter die Gondel aus dem Shop haben wollte, meinte dann der neue, die müsse wieder rein.
Ich war zwar strikt dagegen, aber gut, ich kann mich dagegen nicht wehren. Also hinnehmen und alles wieder umräumen, man gewöhnt sich irgendwie an alles.
Die Gondel kam also wie angekündigt in KW32, ein großes Paket und ein kleines längliches. Im Lieferschein war vermerkt, dass keine Montageanleitung begelegt wurde. War ja klar.
Ich frage mich nur, wie das jemand zusammen gebaut bekommen hätte, würde er die die Regaltechniken nicht schon ewig kennen, so wie ich. Glücklicherweise.
Hat man das System kennen gelernt, dann mag das alles noch relativ flüssig von der Hand gehen, ansonsten sehe ich da schwarz.
Trotz alledem, hab ich das Ding fast dreimal wieder komplett abbauen müssen, da irgendwelche Kleinteile plötzlich doch einen tieferen Sinn gegeben haben, die Anleitung hätte mir im Endeffekt eine gute Stunde Zusatzarbeit vermieden.

Die Gondel wurde nun bestückt mit Knabber, Pralinen, Keckse und Sixpacks. Die freigewordene “Knabberwand” wird in ein großes Lebensmittel- und Drogerieregal umgebaut. Das schafft zum einen eine schönere und größere Platzierung, auf der anderen Seite, haben wir damit hier noch nie wirklich Geld gemacht. Meiner Meinung nach, hätten die 5 60er Regale ausgereicht, so wird das Sortiment nun auf 5 90er Regalmeter ausgedehnt. Dabei werden allerdings nur drei neue Produkte aufgenommen, der Rest wird mit drei oder sogar vierfach Platzierungen vergrößert, man schafft quasi mit den gleichen Produkten einen wesentlich höheren Warendruck.

Anbei noch ein paar Bilder, fertig eingeräumt wird alles erst mit der Dienstagslieferung werden.

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6. August 2010 ~ 5 KundenmeinungenKunden

Am Ende kriegen wir dich doch!

Eine Kollegin von mir, hat in der nächsten Großstadt eine große, zentral gelegene Tankstelle. Die Schichten sind permanent mit zwei, in den Stoßzeiten sogar mit drei Mitarbeitern besetzt.
Für solche Tankstellen sind natürlich verläßliche Mitarbeiter von nöten, vor allem aber ein oder zwei die auch mal im Krankheitsfall von Chef oder Cheffin das Ruder übernehmen können. Angefangen von der einfachen Bestellung bis hin zum Geldtransit zur Bank. Auf diese Leute muss man sich 100% verlassen können. Entsprechend werden diese natürlich ausgebildet und auch bezahlt.

Die Kollegin dachte, sie hätte einen Riesenfang mit Frank (Name geändert) gemacht. Tankstellenerfahren, jung, dynamisch und belastbar. Der perfekte Mitarbeiter.
Bis es auf einmal Anfing, dass Massenweise Brötchen verschwanden. Nun herauszufinden, wo das Leck ist, ist nicht ganz so einfach. Jeder Mitarbeiter kennt die Kameras, das Kassensystem und natürlich den Chef. Wer betrügen will, der kann das auch. Lange.
Am Ende, wird er jedoch auffliegen, so oder so. Es kommt nur auf den Zeitraum an. Wir sind hier nicht bei einer großen Supermarktkette, die für solche Fälle extra Revisoren beschäftigen und täglich nichts anderes machen, als Betrüger in den eigenen Reihen aufzuspüren.
Es gingen noch drei, vier Wochen ins Land und die Kollegin hatte das Leck gefunden: Frank.
Was man ihm nachweisen konnte, waren Lapalien. Der Schaden betrug bis dahin umgerechnet weit mehr als 10.000€.

Sie recherchierte, wo er denn davor gearbeitet hatte und fand eine Tankstelle in einer anderen Großstadt. Auch da lief die Geschichte wohl so ab wie bei ihr. Einschleimen, alles machen, alles tuen. Alles zur 100%igen Zufriedenheit. Dann, als er endlich alles kannte, klaute er. Und zwar nicht nur bei der Chefin, nein, auch bei den Kollegen. Hier mal 20 Euro aus der Kasse, dann mal da. Bluten mussten immer die anderen. Kollegenschwein.

Ein paar Wochen war er verschwunden von der Bildfläche. Nachweisen konnte man ihm nur die Tat mit ein paar Brötchen, nichts großes. Kein Eintrag in das Führungszeugnis. Lapalien für den Gesetzgeber.
Plötzlich tauchte er an einer anderen Tankstelle wieder auf, durch Zufall erfuhr es die Kollegin. Sie rief direkt bei der Tankstelle an, erzählte die Geschichte von ihr und dem früheren Arbeitgeber von Frank. Schockzustand auch da. Er? Frank? Nein, er sei so Nett und kann doch alles. Außerdem wollen Sie morgen endlich mal wieder eine Woche in Urlaub fahren. Sie fuhren direkt zur Kripo, denn Frank hatte sich mit dem Ausweis eines Freundes anmelden lassen, ja nicht unter dem eigenen Namen. Als sie zurück zur Tankstelle kamen, war Frank nicht mehr da. Er hatte wohl die Nummer der Kollegin auf dem Telefondisplay gesehen und wusste was los war. Zu der zweiten Kassenschicht sagte er, er müsse dringend weg. Probleme Zuhause. Von wegen.
Er kam auch nie wieder, besser ist das!

Heute Morgen rief die Kollegin bei mir an. Er würde nun anscheinend in meinem Nachbarort an einer freien Tankstelle arbeiten, ob ich den Kontakt herstellen könne. Natürlich kann ich! Ich rief dort an, kenne den Chef natürlich und schilderte ihm die Situation. Oje. Ob ich mir sicher wäre? Zu 95%. Wie heißt der Kerl denn? Frank! Dann bin ich mir sicher. Ihm wären schon Inventurdifferenzen aufgefallen, aber er hätte nicht gedacht, dass er das sei. Er arbeite doch schon vier Monate dort.

Nett, charmant, freundlich. Man muss die Leute nur um den Finger wickeln können. Aber, Frank, egal wo du hier im Umkreis hingehst, wir werden dich finden und alles erzählen.
Die ganze Geschichte. Bei Leuten wie dir, würde ich mir manchmal gerne die Finger schmutzig machen, aber nein, für Leute wie dich, da lohnt sich das ganze nicht. Wir erzählen einfach immer und immer wieder deine Geschichte. Irgendwann, wird auch der Gesetzgeber merken, wer du bist. Und ein geeignetes Strafmaß finden und einen Eintrag ins Führungszeugnis.

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