Anruf gestern Abend um 19:30 Uhr von der Kassiererin:
“Patrick, hier ist ein Kunde, der sagt, dass im Diesel anscheinend Benzin drin ist. Das hätte er während dem Tankvorgang gerochen!”
“Okay, das ist nicht möglich. Sag dem Kunden, was auch immer er da gerochen hat, es war auf jedenfall kein Benzin das aus seinem Dieselhahn gekommen ist.”
“Okay, mache ich.”
Zwei Minuten später klingelt das Telefon wieder, irgendwie war mir das ja klar…
“Ja?”
“Der Kunde sagt da wäre auf jedenfall Benzin drin. Und er könnte so schlecht weg fahren, mit dem ganzen Benzin in seinem Tank!”
“Nochmal: Wir haben heute fast 7000 Liter Diesel verkauft, wäre da WIRKLICH Benzin im Tank, wären schon unzählige Autos kaputt gegangen. Da ist auf jedenfall Diesel drin, dass ist technisch auch der Unwahrscheinlich. Dann müsste der Tanklaster schon an der Beladestelle mit dem falschen Kraftstoff losgefahren sein und dann würde das auch noch andere Tankstellen betreffen. Sag dem Kunden, dass er mir glauben soll.
Er kann getrost losfahren und er wird die nächsten zwei Kilometer nicht stehen bleiben, was beweisen würde, dass kein Benzin sondern doch Diesel geflossen ist!”
“Ich richte es aus…”
Nach der Geschichte, konnte das noch nicht am Ende sein… Wetten? Meine Gedanken wurden unterbrochen… vom klingeln meines Handys.
“Seelsorge…”
“Der Kunde will nicht Wegfahren…”
“Ja mei… Gib ihn mir mal.”
“Ja, Moment. Der steht nun am Auto!”
Sie bringt dem Kunden dann schnell das Telefon, die anderen Kunden wollen ja auch noch bedient werden!
“Hallo?”
“Walter hier. Hallo. So, wo liegt denn das Problem?”
“Ich habe eben Diesel getankt, aber da kommt Benzin raus. Das riecht sehr stark nach Benzol!”
“Guter Mann. Glauben Sie mir, dass ist nicht Möglich das Sie ein falsches Produkt bekommen haben. Versprochen. Der Tanklaster kann, alleine von der Elektronik her, kein falsches Produkt abladen. Wir haben heute schon mehrere tausend Liter Diesel verkauft. Da müssten die Autos reihenweise kurz nach der Tankstelle kaputt gehen, wenn das so wäre. Außerdem wären andere Tankstellen auch betroffen. Wäre es also so, dass die Produkte an der Beladestelle vertauscht worden wäre, würde das innerhalb kürzester Zeit auffallen und nicht erst 12 Stunden später.
Sie können in Ruhe einfach losfahren.”
“Das kann ich nicht, da ist Benzin drin!”
“Okay, also, sie haben natürlich die Möglichkeit, ihren Tank vom ADAC leerpumpen zu lassen, dass ganze zu versiegeln und einem unabhängigen Gutachter vorzulegen, aber wenn sich herausstellt, und das wird es, dass das Diesel – laut Definition des Gesetzgebers – ist, dann wird das nicht von uns bezahlt. Sollten allerdings ihr Auto, die nächsten 20 Kilometer nicht kaputt gehen, werden Sie daher merken, dass das kein Benzin, sondern doch Diesel ist.”
“Gut, dann fahre ich jetzt, aber sollte ich die nächsten 20.000km einen Motorschaden haben, ziehe ich SIE in Regress!”
“Ich will Sie nun nicht angreifen, aber das wird Ihnen dann kein Gericht der Welt mehr abnehmen, nach 20.000km. Ein Motorschaden durch Benzin bei einem Diesel, in ihrer Menge, würde unmittelbar auffallen.”
Damit war das Gespräch beendet, ungefähr zehn Minuten später rief meine Kassiererin nochmal an. Er hätte danach noch mit der VW-Notfallhotline telefoniert. Anscheinend haben die ihm aber auch geraten loszufahren. Er hat sich nur Quittieren lassen, dass er wirklich Diesel getankt hat.
Schwere Geburt an einem Donnerstag Abend…
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