Zum ersten Mal, seit ich Anfang 2007, die Tankstelle übernommen habe gibt es eine Weihnachtsfeier.
Anfangs hatte ich keinen Kopf dafür, dann wieder rum keine Lust und dann hatten mal nur drei Leute Zeit. So ist das nunmal eben, wenn man hauptsächlich mit Aushilfen arbeitet und die sich noch nach ihrem “anderen” Leben richten müssen/wollen.
Dieses Jahr werden wir zusammen mit der Werkstatt nebenan und einer befreundeten Firma also eine Weihnachtsfeier organisieren. Mit vierzig Leuten wird das dann mit Sicherheit auch kein langweiliger Abend an dem es “nur” um die Arbeit geht. Es geht ja auch darum, dem Personal für das Jahr zu danken und alle mal einzuladen.
Nun aber wie es so ist, was macht man an diesem Abend? Restaurant? Kneipe? Halle? Halle ist zu groß, Kneipe zu klein und Restaurant zu teuer. Seien wir mal ehrlich, ich will an diesem Abend nicht jedem im Restaurant nen Schnitzel mit Kroketten und Beilagensalat für 10€ vorsetzen müssen und dazu noch zwei Getränke.
Nun sitzt man da also, drei Stunden und isst und trinkt und von jetzt auf gleich steht auf der Rechnung 400, 500 oder 600€. Klar. Jeder soll satt werden, dann darf es auch mal hier und da ein Kurzer sein sowie ne Cola, nen Pils und nen Wasser. Oder auch zwei, drei, vier oder fünf.
Die Konsequenz ist, kein Weihnachtsgeld. Gerade die Aushilfen bekommen nicht viel, aber immerhin ein bisschen was in die Karte gesteckt, dass würde dann rausfallen. Vor allem will man ja auch nicht die “Partner” der Angestellten ausschließen, die sollen ja auch mitkommen.
Die Alternative war also, wir machen es in der Werkstatt. Der Boden und die Wände werden geschrubbt, die Hebebühnen mit Stoff abgehangen, alles ein bisschen geschmückt und verziert und dazu ein paar Biertischgarnituren mit selbstgemachtem Buffet.
Nicht sonderlich schick, nicht edel und vor allem nicht für Geld zu vermieten, dafür sitzen wir unter uns, müssen die Stimmen nicht dämpfen und es ist mal was anderes. Dafür strahlt der Werkstattboden mal wieder wie eine Speckschwarte. Davon essen wollte ich dann zwar immer noch nicht, aber das soll ja auch keiner.
Es gibt also Frikadellen, selbstgemachten Fleischkäs’, Hackbraten, ne Fischplatte, Salate, Baguettes, Chilitopf und Würstchen.
Wir sind hier eben nicht bei der Großfirma XYZ und können und gepflegt mal ins Hilton einladen für den ein oder anderen Tausender. Aber ich behaupte, dass a) der Wille zählt und b) die Location nicht die Stimmung macht. Was bringt es mir, wenn ich die Weihnachtsfeier mit riesen Essen in einer Burg miete, dafür aber alle vor Langeweile nach einer Stunde einschlafen und keiner mehr weiß, was er erzählen soll.
Nicht so spießig!
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Veröffentlicht in intern