3. Mai 2010 ~ 5 KommentareKommentare

Schwierige Hilfe

Ein Kunde rief an und teilte mir mit, dass er gestern Mittag bei uns getankt hätte. 40 Liter. Dabei wäre der Tank doch noch zu einem Viertel gefüllt gewesen. Das könnte also alles garnicht stimmen. Er fährt das Auto seit 15 Jahren und hat das noch nie erlebt. Das hätte er der etwas korpulenterin Mitarbeiterin auch beim Bezahlvorgang erzählt. Außerdem hätte kurz zuvor ein Jeep an der Zapfsäule gestanden um Diesel zu tanken, aber irgendwie ging das nicht und danach habe er getankt, da müsse was Schief gelaufen sein.

Ich kann die Kunden nachvollziehen, die erstmal nicht verstehen wieso zuviel getankt wurde. Ich nehme solche Beschwerden ersteinmal auch Ernst. Allerdings haben sich die Vorfälle bisher immer aufgeklärt. Davon abgesehen, dass die Prozentzahl der Kunden die sich über Mengenabweichungen beim Tankvorgang beschweren fast gegen Null tendieren.

Man muss bei jedem Fall verschiedene Ansätze in Betracht ziehen. Zum einen Temperaturschwankungen und damit die Dehnung des Kraftstoffes. Okay, bei einem Auto meist vernachlässigbar, allerdings bei sehr genauen Kunden eine Teillösung. Wir hatten es die letzten Tage sehr warm, gestern der erste kältere Tag. Da kann mal ein Liter “verschwinden”. Ich betone: Kann.
Jedesmal wenn wir Kraftstofflieferungen bekommen, werden zwei Werte angegeben die abgegeben wurden. Einmal die Literzahl bei der momentanen Temperatur und einmal bei 15°C.
Bei einer Schwankung von 0,4°C reden wir hier immerhin von ca. 0,5%.

Ein weiterer Teilbereich können Reservetanks im Auto sein, die nicht im Handbuch aufgeführt sind. Teilweise werden diese über einen kleinen Knopf im Tankbereich “freigegeben”. Plötzlich können fünf bis zehn Liter mehr in den Tank gefüllt werden, meistens unabsichtig durch eine falsche Bewegung des Zapfhahns.

Auch nicht zu Vernachlässigen ist, dass gerade ältere Autos noch Schwimmer im Tank haben, der Schwimmer also den Tankstand ins Cockpit “sendet”. Steht man mit dem Auto nun Bergab oder Bergauf, ist teilweise die Tanknadel ein paar Minuten auf einem falschen Stand, bis das Auto wieder ausreichend lange in horizontaler Richtung bewegt wurde und der Schwimmer den korrekten Stand neu versenden kann.

Teilweise wird auch vergessen, dass man den Stand vor circa über 100km abgelesen und sich gemerkt hat.

Kommen wir nun zu dem Fall, dass die Zapfsäule ein Eichproblem hat. Das kann theoretisch natürlich passieren, aber das habe ich in den letzten zehn Jahren nicht einmal mitbekommen oder erlebt. Deswegen kommt in einem festen Rhytmus das Eichamt und eicht die Säulen neu. Laut EU-Gesetzen gibt es auch eine gewisse Toleranzgrenze zugunsten der Mineralölgesellschaften bzw Tankstelleneigentümern.

Außer diesen Argumenten, kann ich dem Kunden immer nur anbieten, unseren 5-Liter-Kanister zu nehmen und dort 5 Liter hinein zu tanken. Der Wert sollte dem Kunden ja schonmal weiterhelfen, für den Rest müsste er sich mit der MÖG auseinandersetzen.
Klar rufen wir auch gerne das Eichamt an, sollten diese aber feststellen, dass alles Okay ist mit den Säulen, dann wird das dem Kunden in Rechnung gestellt.

30. April 2010 ~ 2 KommentareKommentare

Lustige Zufälle mit dem Seminarleiter

Wie die meisten hier wissen, komme ich aus einer Tankstellenfamilie. Zwei Jahre meines Lebens bin ich ohne aufgewachsen und daran kann ich mich schon garnicht erinnern…
Meine Mutter hatte bisher drei Tankstellen verschiedener Marken, mein Vater eine und jetzt auch noch ich. So kommt es, dass man viele Monteure, Vertreter und Geschäftspartner – die schon länger im Geschäft sind – eben schon kennt.

So war ich also die letzten zweieinhalb Tage auf Seminar und geführt wurde es wieder schon von Herrn Stark. Herr Stark leitet einige Seminare für meine MÖG, ist Selbstständig und kommt aus dem Einzelhandel, macht aber schon Jahre Tankstelle.
Ich muss ehrlich sagen, ich bewundere diesen Mann. Er ist seinen Weg gegangen, sehr erfolgreich, jemand, der zu seinen Worten steht. Viel Fachwissen und eine sehr gute Allgemeinbildung. Dinge, auf die ich selbst Wert lege.
Kurzum: Ich bewundere diesen Menschen. Auch, wenn er bestimmt mal sehr Zornig sein kann, aber so wie ich ihn einschätze: Mit guter Leistung und Ehrlichkeit wieder schnell Versöhnbar.
Er verkörpert sooft Dinge, die ich selbst gerne beherrschen würde.

Herr Stark kam am ersten Morgen des Seminares zu mir und fragte mich, ob ich dieses Blog betreiben würde. Ich bejahte dies. Er beglückwünschte mich und sagte, dass er das Toll fände. Er hätte die Seite per Google gefunden. Aktives Verkaufen als Schlagwort.
Obige Worte hätte ich im übrigen NICHT geschrieben, würde ich wissen das er ein regelmäßiger Leser wäre. Nein, dass glaube ich nicht, ich wage zu bezweifeln das er dieses Blog nochmals gezielt ansurfen würde.

Naja wir erzählten noch kurz über meine Familie und er fragte, wo genau meine Mutter ihre Tankstelle hätte. Bei der Antwort gab es große Augen und er erzählte mir, wie meine Mutter aussieht und wo ihre zweite Tankstelle war. Wir lachten kurz, wie klein diese Welt doch ist.
“Die Unternehmerin mit Herz!” sagte er. Ich fragte verduzt wieso, auch wenn ich wusste, dass das auf sie zutrifft. “Sie hatte überall Herzen im Büro aufgehängt und ich muss ehrlich sagen, dass hat sie auch verkörpert, nicht wie so viele andere!”.

Klein ist diese Welt… sehr klein!

21. April 2010 ~ 3 KommentareKommentare

Schlaflos

Ich schlafe schlecht, denn zuviele Gangster und Bösewichte laufen da draußen rum. Ich brauchte also eine Lösung, eine Lösung die wirklich alle Einbrecher abschreckt, eine Lösung die endgültig für einen geruhsamen Schlaf sorgen wird.

Und damit ihr einen Einblick in meine neue Sicherheit bekommt:

Okay, zugegeben Maya schläft viel, frisst viel und muss noch mehr aufs Klo und sorgt statt für Angstschreie mehr für freudiges Jubeln.
Hiermit gebe ich nun bekannt: ich habe einen Teilzeit Tankstellenhund :o ). Hallo Maya.

21. April 2010 ~ 1 Kommentar

Interessengemeinschaft

Laut zwei Kunden hat sich doch tatsächlich eine Interessengemeinschaft gegen meine Tankstelle gegründet, nachdem der Vorstoß per Ordnungsamt der Anwohner wohl ins Leere gelaufen ist. Zumindest im Endeffekt.
Gut, ja warum denn auch nicht. Ich meine, ist deren gutes Recht. Interessiert mich allerdings nur wenig bis garnicht. Man sollte ehrlich sein, diese IG wird maximal 30 Personen umfassen. Davon maximal 10 bis 15 Personen mit wirklichen Interessen, der Rest aus einem Freundschaftsdienst.
Überlege gerade, ob ich auch eine IG gründen soll. Wie wäre es mir:
IG dagegen das wir dafür sind oder IG “für IG Anti-Tankstelle”.

Das beste ist ja eigentlich, dass noch keine der betreffenden Personen jemals an mich Persönlich herangetreten ist. Andererseits, wofür auch, ich kenne ja die zwei Initiatorinnen. Und für beide habe ich schon starke Einschränkungen an der Tankstelle vorgenommen und zwar ohne öffentlichen Zwang oder desgleichen. Einfach nur als Nachbarschaftsdienst.
Feige, Feige, Feige…

1. April 2010 ~ 1 Kommentar

So viel, so schnell.

Im Februar haben wir hier 3-Jähriges gehabt, heute sind wir auf den Tag genau ein Jahr bei star.

Es ist Zeit ein Fazit zu ziehen. Und viel kann ich nicht sagen, außer WAHNSINN, WAHNSINN, WAHNSINN.

Wir haben hier von Monat zu Monat Steigerungen sowohl im Shop- als auch im Kraftstoffbereich zu verzeichnen, wir kommen personell und gedanklich kaum mit.

Wo wir vor über einem Jahr noch nach ABMs für unsere Mitarbeiter suchen mussten im Shop, dort müssen wir nun nach ein bisschen Zeit suchen um alles abgearbeitet zu bekommen.

Hier mal die Kraftstoffumsätze für die Jahre 2007 bis 2010, jeweils Februar und März.
2007, 2008 und 2009 noch unter AGIP, 2010 läuft bekanntlich unter “star”.
Sorry für die doofe Umsetzung, aber weder Excel, noch Paint.net sind meine Freunde…

Wir haben soviel Gutes in dem letzten Jahr hier erlebt, soviel Neue und vor allem nette Leute getroffen, viel Offenheit über die Zentrale erlebt. Es ist eigentlich kaum zu glauben, dass sich in einem Jahr soviel Wandeln kann und wenn die Vögel wirklich so vom Dach pfeiffen, wie mir das zugetragen wird, dann gibt es die nächste Umbaumaßnahme in garnicht allzuferner Zeit und einige meiner Wünsche werden erhört.

Ich hoffe…

Auf ein nächstes, noch besseres, Jahr!

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