10. Oktober 2011 ~ 4 KundenmeinungenKunden

Gutes Angebot?

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Wir haben in Moment wieder ein 2-für-1 Angebot! Zwei Packungen Twix Single für einen Euro statt 1,58 Euro.

Da greifen viele gerne zu. Gerade bei Twix nimmt das aber teilweise skurile Züge an, denn gute 25% der Kunden nehmen nur eine Packung! Wieso? Na, da sind doch zwei Riegel drin! Zwei für ein Euro!

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10. Oktober 2011 ~ 2 KundenmeinungenKunden

Ansichten

Ich glaube nicht an Gott, kann aber durchaus akzeptieren, dass andere daran glauben.

Es gibt viele Dinge und Themen bei denen ich anstandslos mehrere Denk- und Ansichtsweisen akzeptieren, allerdings dachte ich immer, man könne bei manchen Sachen nur eine Meinung haben. Ein Bezirksrichter oder Schiedsmann würde nun wohl laut auflachen.

Aber fangen wir von vorne an. Ein Firmenkunde mit mehreren kleinen Transportern tankt seit ein paar Monaten hier mit einer Flottenkarte, dass hat auch immer alles reibungslos funktioniert. Mitte letzter Woche allerdings, streikten sämtliche Karten so dass ich bis zu 350€ vorgestreckt habe.
Die Chefin erklärte mir, dass Sie neue Karten bekommen haben – da man den Firmennamen geändert hat – und die Fahrer noch die alten Karten hätten, aber sie käme vorbei und bezahle dies.
Nummer vier kam dann am nächsten Morgen – Karte funktionierte wieder nicht. Allerdings klingelte eine halbe Stunde später das Telefon. “Ja, hier Firma XY. Unser Fahrer hat eben bei Ihnen getankt und ist nun stehen geblieben! Auto geht nicht mehr an.” Mir schwant böses. Also vor an die Kasse gegangen, Zettel rausgeholt und da war es klar. E10 getankt, bei einem Diesel Fahrzeug und schöne 50km durch die Gegend geballert. Herzlichen Glückwunsch! “Also er hat E10 statt Diesel getankt!“, ihre Antwort erspare ich euch mal. Sie beschimpfte den Angestellten aber aus allen Löchern und schob am Ende die Frage hinterher: “Hat sich die Belegung an den Zapfsäulen geändert?” – NEIN! Damit war das erstmal gegessen!

Als dann Fahrer Nummer fünf kam, hatte ich allerdings keine Lust mehr. Er solle doch bitte die Chefin anrufen und sich auslösen lassen, irgendwann sei doch mal gut, am Ende sind die Karten einfach gesperrt – z.B. aufgrund unbezahlter Rechnungen – und ich kann schauen wo ich die Kohle herbekomme. Man weiß ja nie. Alles schon passiert.

Da ich aber Feierabend machen wollte, erklärte ich dem Kassierer die Situation und fuhr nach Hause. Gerade Zuhause angekommen, klingelt das Handy. “Chef, die Frau von Firma XY ist da, die will dich mal sprechen!” – “HALLO? HIER FRAU MEIERMÜLLERSCHULZE von Firma XY. Wie konnten Sie den Fahrer wegfahren lassen wenn er kein Diesel getankt hat? DAS muss EUCH auffallen! Das ist doch Wahnsinn! Das kostet mich jetzt 5000€! Ich erwarte das ihr etwas dazu bezahlt!”

Frau Meiermüllerschulze. Bei aller Liebe und Kundenfreundlichkeit, aber irgendwo müssen wir mal einen Punkt machen. Zum ersten muss uns das nicht auffallen, sondern es WÄRE aufgefallen, hätte es die ganze Zeit nicht schon Kartenprobleme gegeben. So, wurde das aber darunter verbucht, dass der Fahrer wieder eine alte Karte hatte. Zum zweiten, wir sind eine SB – Tankstelle – Selbstbedienung. Ich kann ihren Ärger ja verstehen, aber schieben sie uns nicht die Schuld zu bitte!
“SIE HÖREN NOCH VON MIR! Außerdem wurden mir zuwenige Karten geschickt, so das ich nicht jedem Fahrer eine geben konnte!”
Ja, verstehe. Aber, warum reden Sie nicht vorher mit mir? Wir kennen uns doch vom sehen. Hätten sie etwas gesagt, hätten wir eine Lösung gefunden, ohne Probleme. Aber einfach so die Fahrer herschicken, wenn ich weiß, dass die alten Karten nicht mehr gehen, war leider ein bisschen unglücklich, oder?
“Das lassen Sie mal schön mein Problem sein!”

Okay, kein Problem. Da bleibe ich vorerst einmal ziemlich locker…

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6. Oktober 2011 ~ 4 KundenmeinungenKunden

Sollte nicht Qualmen!

Ein Kunde kam etwas aufgeregt in den Shop: “Sollte die Zapfsäule qualmen?”. NEIN! Definitiv nicht, allerdings kann das beim Diesel hin und wieder mal passieren, da kommt es aber auch deutlich auf den Umfang des Qualmes an.
Und das, was sich da draußen gerade entwickelte, ist weit ab von etwas Rauch, dass waren schon ganze Schwadronen. Not-Aus reingehauen, Säulen gesperrt und den Zapfsäulenschlüssel geschnappt. Auf dem Weg nach draußen noch den Feuerlöscher unter den Arm genommen – sicher ist sicher – und da fiel mir auch schon dieser beißende Geruch von verschmorrtem Kabel auf.

Nun gibt es drei Möglichkeiten. Die harmloseste wäre die, dass der Riemen der die Pumpen antreibt, verrutscht ist und nun an dem Metallgehäuse scheuert und damit anfängt so heftig zu Qualmen. Kein Feuer, kein Brand, nur ein bisschen Rauch und gestank. Aber, und das war mein Problem, verschmorrtes Gummi riecht eigentlich strenger und bissiger.

Möglichkeit zwei könnte glimpflich sein: verschmorrte Elektrik. Kurzschluss in der Elektrik der Säule, dass kann auch gut qualmen ohne das es zwingend Brennen muss. Aufgrund dessen das zu wenig Sauerstoff und brandfähiges Material vorhanden ist, wäre die eventuell entstandene Flamme wieder aus, bevor ich löschen müsste.

Möglichkeit drei wäre natürlich der schlimmste Fall: Die Säule steht tatsächlich in Flammen.

Also hab ich die Säule aufgemacht und geschaut, dass auch wirklich kein Feuer in der Säule ist. Mit vier Absperrhütchen die Zapfsäule gesichert, manuell ausgeschaltet und zusätzlich noch in der Kasse gesperrt.
Keine zehn Minuten später fährt die erste Kunden ÜBER die Hütchen drüber. “Hups, hab ich leider nicht gesehen. Die haben sie aber Doof dahin gestellt!”. Klar, ich bin wieder Schuld. Das sind normale handelsübliche Absperrhütchen. Gut, dass nächste mal stell ich die auf ein Betonpodest, dort würde ich dann aber nicht dagegen fahren wollen…

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23. September 2011 ~ 1 Kundenmeinung

Verrutscht

Ich erinnere mich, dass vor Jahren in irgendeiner Sendung ein “gefakter” Verkäufer mit einem riesigen künstlichen Popel an der Nase hinter eine Bäckereitheke gestellt wurde und man mit versteckter Kamera filmte, wieviele Kunden ihn darauf ansprachen. Und vor allem wie.

Die Hälfte damals sagte garnichts, der Rest fingerte sich auffällig an der Nase herum oder versuchte den Verkäufer auf dieses faux paux durch ewig lange Umschreibungen aufmerksam zu machen.

Gerade Männern passiert es Häufiger, dass ihr Hosenstall offen ist und an der Kasse stehen. Wie mache ich den Kunden darauf aufmerksam? Gute Frage, ich entscheide das Situationsabhängig. Manchmal sage ich was, manchmal auch nicht. Je nachdem ob ich das Gefühl habe, jemanden zum schämen zu bringen oder ob man das nur als kleine Dankbarkeit auffasst.

Nun stand eine Frau im fortgeschrittenen Alter hier und einer relativ großen Oberweite und einem mindestens genauso großen Ausschnitt – ja, ich muss das im Moment so ausführlich erklären, es tut mir leid.
Sie hatte getankt, wollte noch Zigaretten und ein Feuerzeug. Nachdem sie alles vor sich liegen hatte, überlegte sie noch kurz eine Waschkarte zu kaufen und erfragte den Gesamtbetrag.
Sie nestelte in ihren Hosentaschen, durchwühlte ihre Tasche und fand doch nicht ihr Portmonai. Sie schaute mich kurz an, überlegte und man sah plötzlich ein Grinsen in ihrem Gesicht!
“Ich bin so doof, ich hab mir das ja hier oben eingesteckt.”, sprach es und griff in den Ausschnitt und zog ihren Geldbeutel heraus.
Erst dachte ich mir, dass man das bei dem dicken Geldbeutel eigentlich hätte sehen müssen, als mir Schlagartig die Kinnlade runterfiel.

Nun hatte die Kunden doch tatsächlich so unglücklich das Portmonai aus ihrem BH oder Ausschnitt – wie auch immer – befördert, dass ein Großteil ihrer Brust aus BH und Ausschnitt herauslugte.

Ich stand dort also und versuchte derart verkrampft der Dame ins Gesicht zu schauen und hoffte einfach nur das sie selbst merkt was gerade passiert war. Aber da passierte nichts.
Patrick stand da wie klein Doofie und bekam kein Wort mehr aus dem Mund. Nicht das ich sonst so prüde wäre, aber das hier – Überforderung pur.

Was wenn sie sich gleich umdrehte und ging? Ein Kunde reinkom.

Ihre Brust… äh ihr BH…“, mehr als dieses gestammel kam einfach nicht. Und dann? Ihre Reaktion? “Wie oft mir das nun schon passiert ist mit diesem BH…!”, sprach es und mit einer kurzen Handbewegung war alles ungeschehen gemacht.

Feierabend. Jetzt. Wochenende. Bitte!

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4. August 2011 ~ 4 KundenmeinungenKunden

Geschichten der Nacht V

Teil I [www], II [www], III [www], IV [www]

Es gibt ja zehntausende Schichtarbeiter in Deutschland, die sich mit Früh- und Spätschicht abwechseln und ein Teil davon arbeitet auch Nachtschichten.
Einige Büromenschen können sich kaum vorstellen, welche körper- und psychische Strapazen das ganze mit sich bringt. Viele kommen damit allerdings ihr ganzes Berufsleben mit aus und machen das auch relativ gerne.

Bevor ich zu dem eigentlichen Beitrag komme, möchte ich noch ein paar Absätze (!!!) zur Einleitung schreiben.

Anders sieht das oft mit der Berufsgruppe unserer Bevölkerung aus, die im Prinzip nur Nachtschichten arbeiten. Einen Freundeskreis aufbauen? Fast unmöglich. Den Freundeskreis halten? Sehr schwierig.
Wer Arbeitszeiten von neun bis acht Uhr hat, der ist morgens im günstigsten Falle halb neun Zuhause. Dann eventuell einkaufen, etwas essen, kurz Fernsehen oder die Wohnung aufräumen und dann bricht quasi schon der Mittag an. Schlafen, nach sieben Stunden aufstehen und dann darf man sich schon wieder fertig machen zum arbeiten.

Warum ich das erzähle? Es ist manchmal wichtig zu wissen, wieso Menschen sind, wie sie eben sind. Gerade im Winter leben diese Leute quasi nur in der Dunkelheit. Zwei Stunden Licht. Das war es was man von der Sonne mitbekommt. Deswegen sehen manche Angestellten auch so aus, wie sie aussehen. Wenn der Tagesrythmus der restlichen Gesellschaft nicht mehr zu dem eigenen Zeitplan passt, dann wird es schwierig mit der gesunden Ernährung. Die Haut braucht Licht und keine Neonröhrenstrahlen. Der Geist braucht Abwechslung und Endorphine und keine verrückten Kunden und viel Adrenalinausschüttung.
Wer solche Schichten jahrelang mitmacht, der wird meist Sichtbar für andere und zwar als “Unnormal”! Ich kenne viele Kollegen die entweder durch viel Fertiggerichte äußerst dick wurden oder eben durch zu wenig Mahlzeiten fürchterlich abmagerten. Die Haut oft fahl und blass und durch Flecken gekennzeichnet.

Ich war schon immer ein kleiner Nachtschwärmer und habe jahrelang von den Kollegen der Nachtschicht erzählt bekommen, was Abend und Nachts vor sich geht. Tolle und interessante Geschichten. Ich habe immer wieder gerne zugehört.

Aber warum machen diese Leute das? Zum einen sind auch diese Nachtschwärmer, es gefällt einfach. Zum anderen will man eben Arbeiten gehen und wer nichts anderes findet, bleibt dabei.
Der dritte Punkt aber ist manchmal: Es sind großartige Geschichtenerzähler. Von Türstehern zu Taxifahrern und Kassierern bis Fabrikarbeiter. Wer zu lange die gleichen Geschichten erzählt, der glaubt oft daran. Fantasie mischt sich mit der Realität und wird eins. Dazu winken von 25 bis zu 125% (Heiligabend) Nachtzuschlag.

Meine ersten Nächte gab es mit 18 Jahren, ich war damals noch in der Ausbildung. Damals teilten sich zwei Kollegen sämtliche Nachtschichten über das ganze Jahr hinweg. Pro Schicht zehn Stunden. Drei Tage arbeiten, drei Tage frei.
Sie wollten es so, konnten sich dafür längere Zeit Urlaub nehmen um in einen Tagesrythmus zu kommen und nicht so weiter zu leben, wie man eben Arbeitet. Der eine Kollege machte es immer ganze geschickt und flog in seinem Urlaub über ein paar Zeitzonen und verbrachte dort einen Urlaub ohne Jetlag. Das gleiche galt auch für den Heimflug, denn am nächsten Tag musste er direkt wieder arbeiten.
Und genau in dieser Zeit, habe ich immer Nachts gearbeitet. Da die Kollegen immer direkt hintereinander ihren Urlaub legten, konnte ich immer einen kompletten Rythmus durcharbeiten und verstand dann nach der ersten Phase von 20 Wochen, wieso alles ist, wie es ist.

Die ersten Tage sind noch leicht, etwas behäbig unter Umständen, aber spätestens nach der dritten Woche, kommt der erste Tiefpunkt. Das Leben besteht aus Arbeiten, nach Hause kommen, etwas essen, eine Stunde Freizeit und schlafen. Sieben Stunden über Mittag und Nachtmittag hinweg zu schlafen scheint so einfach. Doch wenn draußen das pralle Leben weiter geht, der Lärmpegel in diesem Moment ins unermäßliche steigt, wird man Wahnsinnig.
Stellt euch vor, ihr werdet um zwei Uhr Nachts geweckt, weil in der Wohnung nebenan umgeräumt wird, der Nachbar von gegenüber den Rasen mäht und gefühlt zehn Kindergärten vor der eigenen Haustür Fussball spielen. Oropax ist toll, aber kein Wundermittel und vor allem: Wie höre ich dann den Wecker?

Aber das betrifft natürlich nicht nur die Angestellten, es gibt auch genügend Kurierfahrer, Speditionen die ihre Ware noch Nachts ausliefern müssen. Dieser Teil und deswegen war die Einleitung auch so wichtig, handelt erst von der generellen “Geschichte der Nacht, Teil 5“!
wir hatten einen Speditionsfahrer, der steif und fest behauptete, er arbeite in Wirklichkeit für die CIA. Er wurde im Kuweitkrieg angeworben und arbeite seitdem als Geheimagent. Seine Mission streng geheim aber das könne er mir ja anvertrauen.
Die Wochen vergingen und jede Nacht erzählte er mir beim Kaffee das gleiche. Ich liebe ja diese ganzen abgefahrenen Dinge. Ich weiß, dass ich angeflunkert werde, aber was solls. Die sollen sich toll und wichtig vorkommen dürfen und ich habe dafür ein paar lustige Minuten gehabt. Besser konnte es auch Akte X nicht.

Karl, so nennen wir ihn jetzt einfach mal, hat im Grunde einfach nur zuviel fern geschaut. Dazu war er nicht verheiratet, hatte keine Familie oder Freunde und nur Kontakt zu Kunden oder eben uns. Der war froh, mal reden zu können. Und was hätte er auch seinem Leben berichten sollen?
Nachdem er merkte, dass er in mir einen Zuhörer gefunden hatte, wurden die Storys immer größer, besser und härter. Das gripfelte irgenwann darin, dass der nur noch Anweisungen von Präsident Clinton hätte annehmen dürfen und er nur noch dann kontaktiert werden würde, wenn die USA keine geeigneten Agenten mehr hätte.
Er war quasi die Speerspitze, der amerikanischen – eher der Welt – Agenten. Das Karl gerade mal 1,70m klein war und dazu noch geschätzte 110 Kilo wog, war natürlich nur Tarnung. Karl war quasi der Jack Bauer der Agenten. Immer da, immer alles im Griff und Nerven wie Drahtseile. Zumindest in seiner Fantasie.

Hin und wieder erzählte er mir, wie er neue Arten des Todesgriffes entwickelte – natürlich nur theoretisch – er sei ja ein friedliebender Mensch und könne keiner Fliege was zu leide tuen. Was ja auch stimmte.
Zeigen wollte er mir das nie, denn solch ein Wissen darf NIEMALS weitergegeben werden. Er könnte damit mir ja zeigen wie man Leute umbringt, ohne auch nur eine winzige Spur auf den Täter zu hinterlassen. Dieses Wissen könnte ich im Extremfall ja mal hergeben müssen. Mafia und so.

Bildquelle: leAcronym / pixelio.de

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