Manchmal gibt es auch in der Welt nur zwei Möglichkeiten: a oder b, Schwarz oder Weiss. Ein Grau zwischendrin funktioniert dann einfach nicht.
Wir haben an der Tür einen kleinen Aufkleber: “Bikers – oben ohne – Welcome”, dazu ein kleines Pictogramm eines Motoradfahrers mit dem Helm unter der Hand.
Tankstellen sind oft genug Opfer eines Raubüberfalles und man versucht natürlich alles, um das Personal vor entsprechenden Übergriffen zu schützen. Gerade in diesen Fällen, kann man ganz leicht etwas tuen und das ohne großartige finanzielle Mittel.
Gerade im Sommer an Sonn- und Feiertagen sind die Straßen voll von Bikern, die ihre Maschinen früher oder später betanken müssen oder auch selbst eine kleine Erfrischung brauchen.
Ein Helm abziehen tut nicht weh, kostet keine Minute an Zeit und an der Zapfsäule lässt sich der Helm schnell ablegen ohne die Gefahr, dass er herabstürzt und Microrisse erfährt, was einen Austausch erforderlich machen würde. Die Dinger sind ja teuer genug und vor allem muss das Teil im Ernstfall schlimmeres verhindern.
Ein kleiner Sonderfall sind die Helme, an denen das komplette Vorderteil nach hinten wegklappbar ist, dann liegt das komplette Gesicht bis zu den Ohren frei.
Und besonders in wirtschlaftlich schlechten Zeiten, springen die Raubüberfälle dramatisch nach oben. Da wird dann nicht die 24-Stunden-Tankstelle mitten in der Nacht überfallen, da trifft es auch mal die “Tanke im Ort”, an einem Montag Mittag, wenn das komplette Tankstellengelände aufgrund günstiger Preise gerammelte voll ist. Und das mir ja niemand glaubt, der eine oder andere Kunde würde irgendwie eingreifen oder den Täter verfolgen. Wer in dem Moment noch nicht tankt, der steigt ein und gibt Gas. Der Rest will dann einfach nur schnell bezahlen und nach Hause. Ja kein Zeuge sein müssen vor der Polizei.
Es ist natürlich richtig, dass keiner den Helden spielt, aber manchmal wünsche ich mir mehr Zivilcourage, wenn der Täter geflüchtet ist und zwar bei dem Personal.
Aber um zum Thema zurück zu kommen, vor einigen Tagen war ein Kunde da, der mich auf das Bild ansprach und anscheinend selbst passionierter Motorradfahrer ist und nein, dass war kein junger Kerl, sondern mitte 40:
“Heißt das, ich bin mit Helm nicht Willkommen?”
“Willkommen sind Sie immer, wir bitten Sie trotzdem vor dem Betreten des Shops, den Helm doch bitte abzuziehen!”
“Da hab ich aber keine Lust zu, ich mach das nicht!”
“Sie ziehen ja bestimmt den Helm auch aus, wenn Sie in die Bank gehen!”
“Natürlich N I C H T!”
“Wissen Sie, dann kann ich ihnen auch nicht mehr helfen. Wenn Sie meinen, so ignorant sein zu müssen, dann bitte. Aber nicht hier. Sie sind gerne hier gesehen, aber ohne Helm.”
“Dann komme ich eben nicht mehr…”
Bin ich jetzt verklemmt? Sehe ich da was total Falsch? Auf manche kann ich getrost verzichten!
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Veröffentlicht in Kunden, Sicherheit