Archiv für die Kategorie „Sicherheit“

Eingebrochen

Dienstag, 29. Juni 2010

2.47 Uhr in der Nacht von Sonntag auf Montag, mein Handy klingelt, ich schaue verschlafen auf das Display und sehe eine Kölner Nummer. Warum ruft mich jemand mitten in der Nacht an, ein paar Sekunden vergehen bis ich einen klaren Koopf bekomme. Kölner Nummer. Mitten in der Nacht. Das ist unsere Sicherheitsfirma. Ich hebe ab, steige schonmal aus dem Bett und suche meine Hose.

Hallo?
“Hallo. $Sicherheitsfirma, wir haben eine Alarmmeldung an ihrer Tankstelle. Meldeort Werkstatt dann Shop um 2.38 Uhr. Wir haben aufgrund von Geräuschen und Stimmen die Polizei informiert. Der Polizeiführer hätte gerne jemanden mit Schlüssel vor Ort.”
Ich bin unterwegs!
“Wie lange brauchen Sie ungefähr?”
Maximal 15 Minuten!
“Alles klar!”

Schnell etwas angezogen und dann ab zur Tankstelle. Auf dem Weg hoffe ich eigentlich nur, dass der Schaden nicht zu groß ist. Wie oft haben Einbrecher schon Autos in Eingangstüren gesetzt oder auf dem Weg nach draußen mutwillig zig Spirituosenflaschen auf den Boden geworfen. Nicht nur, dass da ein Schaden von mehreren tausend Euro entsteht, nein, allein die Arbeitszeit beträgt dann mehrere Stunden. In der schlimmsten Kneipe auf St. Pauli würde es dagegen noch riechen die bei Douglas.
Um den Tresor mache ich mir keine Gedanken. Um den zu knacken bzw aus dem Boden zu reißen, ist einiges an Zeit nötig. Zuviel, als das die Polizei die Jungs nicht bekommen würden, aber Tabakwaren? Schnell, leicht und einfach zu transportieren. Aber hier fahren die Polizisten auch Streife. Kann sehr schnell gehen. Vielleicht war auch die Mainzer Polizei in der Ecke, doppelte Chance.
Noch eine Kurve und ich erreiche die Station, am Kreisel vor der Tankstelle flackern schon die Blaulichter, durch die offenen Fenster des Autos dringt Hundebellen. Da scheint man eventuell eine Spur zu haben.
Beim Eintreffen sehe ich zwei Polizeiautos und ein ziviles Fahrzeug. Wow. Das ging schnell mit der Kripo.

Morgen!
Polizistin: “Guten Morgen. Der Kollege dort hinten wird ihnen weiterhelfen!

Also ab zu dem Kollegen der an der Seitentür der Werkstatt steht. Die Tür steht auf und man sieht den Einsatz eines Brecheisens, die Tür ist komplett verbogen. Das lässt schlimmes Ahnen, für die restlichen Türen im Gebäude.

“Ich beruhige sie erstmal. Die Täter sind ohne Waren geflüchtet. Die hatten es nur auf die Tabakwaren abgesehen, vorne liegt ein Bettlacken mit den Stangen und Päckchen. Die wurden wohl von den Kollegen gestört. Zwei Hundestaffeln suchen schon und mehrere Kollegen grasen das Gebiet ab.”

Während dessen sehe ich auf dem Nachbargrundstück Taschenlampenlichter alles absuchen.

Darf ich ins Büro?
“Leider noch nicht, die Hunde und Kollegen sichern gerade noch Spuren, wieso?”
Ach, ich bräuchte nur Feuer…

Es vergehen circa zehn bis fünzehn Minuten, ich schaue mir vorne die Glasscheiben an, alles ganz. Gute Nachricht, im Shop sehe ich dann das Bettlacken. Das waren Profis. So transportiert man die Stückware perfekt ab.

Sagen Sie mal, wollen Sie gleich mal die Videoüberwachung anschauen?
“Sie haben eine?”

Der Kollege von der Kripo drückt mir zwei Einweghandschuhe in die Hand…
“Aber Achtung, da waren die auch drin!”
Im Büro?
“Ja, die ist doch direkt hinter der Kassenzone, oder?”
Nein, im Flur
“Achso, ne, dann doch nicht. Dann Handschuhe auslassen und einfach nichts anfassen.”

Wir gehen ins Büro und schauen uns die Bilder an. Aussagekräftig sind die Bilder nur bedingt. Man sieht die Vorgehensweise, die teilweise stoische Ruhe beim Einpacken. Man schaut nur nach unten, die Gesichter mit der Kapuze vom Puli zugebunden. Der Eine trägt einen Puli, mit drei Querstreifen und eine Jeans. Der andere trägt einen weißen Overall, die ihn auch Lackierer benutzen. Beide packen die Ware in Ruhe ein und plötzlich schauen beide raus und hauen ab, lassen dabei alles stehen. Wieso? Die Polizei? Wahrscheinlich.
Beim abhauen dann der entscheidende Fehler, einer der zwei, der erste, schaut etwas zu weit nach oben, ein Teil des Gesichtes. Sollte man beide also Finden, würde das zur Identifikation führen können. Laut dem einen Polizisten, wird das Band nun an das BKA geleitet, die werden das Bild auffrischen und dann ein Standbild daraus basteln. Das hätte schon bei einigen wahre Wunder geholfen.

Beide Tragen Einweghandschuhe, deutlich auf den Bildern zu erkennen. Wir verzichten also auf die Spurensicherung, die würden erst Morgens kommen und dann wäre der Shop erstmal zu. Wir entschließen uns dann, auf das unsinnige Prozedere zu verzichten. Wir haben immerhin schon einiges.

Ich bleibe dann an der Station, da die Außentür nicht mehr zu verschließen ist. Nachdem ich die Tabakwaren wieder einsortiert habe, öffne ich einfach mal zwei Stunden früher als geplant. War zwar nicht soviel Los, aber einige Kunden waren Dankbar. Kurz darauf kam auch schon der Zeitungenfahrer und die Kraftstoffspedition. Es war genug los. Die richtige Arbeit fing dann um acht Uhr an.

Die Mineralölgesellschaft muss informiert werden, hier vielen Dank an den zuständigen Sachbearbeiter der mir viel Hilfe anbot, die Versicherung, die Schließanlage muss komplett erneuert werden und die Sicherheitsfirma, wegen Überprüfung der Alarmanlage, waren anzurufen.
Neben viel Schreibarbeit mussten Bilder gemacht, der Schlosser musste direkt kommen um die Türen und Schlösser provisorisch Instand zu setzen und ein Kostenvoranschlag für den Austausch der Schließanlage erstellt werden.

Die Sicherheitsfirma sendete mir per Mail noch ein Alarmprotokoll mit den Uhrzeiten und Maßnahmen zu und gleichzeitig der Mitschnitt der betreffenden Uhrzeit. Hier wurde es interessant, dass 52 Sek. dauernde Audiofile beinhaltet ab Sekunde 18 die Stimmen der Täter, zwar leise aber vorhanden. Zuhause habe ich die Anlage mal aufgedreht und das ganze Ablaufen lassen, zu hören ist vor allem, dass es keinen Dialekt in der Stimme gibt. Anzunehmen also, dass die Täter Deutsche sind oder schon lange hier leben. Sie sprechen Einwandfrei Deutsch. Der Inhalt ist etwas unschlüssig durch die Störgeräusche. Es könnte heißen: “Ich glaube, das…” oder “Ich bezweifel, dass…”.
Ich habe das alles mittlerweile an die Polizei gesendet, die das nochmal restaurieren wollen und ihre Möglichkeiten prüfen werden, wer weiß was da raus kommt.
Für alle Interessierten gibt es das Audiofile hier auch mal:
Audiomitschnitt Einbruch.
Sollte sich jemand von den Lesenden mit Audiotechnik auskennen und die Stimmen besser und klarer zu machen, wäre mein Dank ihm sicher.

Von Bildern werde ich vorerst absehen, da ich momentan noch Überlege, ob es Sinnvoll ist die Kassenzone zu zeigen.

Ein großer Dank gilt der örtlichen Polizei und der Kripo, die alle sehr nett waren und natürlich der Sicherheitsfirma, die hervorragende Arbeit leistete.

Ansonsten, verlorener Arbeitstag, viel mehr und viel neue Arbeit bekommen. Danke, Arschlöcher.

PS: Wobei mir wichtig ist zu erwähnen, die Täter hatten wirklich Glück, die Polizei war nur wenige Augenblicke später vor Ort und hätten diese erwischt. Allerdings ist mir ein Einbruch tausendmal lieber, als ein Raubüberfall. Gott bewahre und davor.

Gut aufgepasst!

Dienstag, 13. April 2010

Seit dieser Geschichte ist schon einige Zeit ins Land gezogen, Ort und Bank sind unwichtig, denn das könnte sich überall in Deutschland abgespielt haben.
Wir nennen unseren Pächter einfach mal Dave. Dave ist Pächter und kommt aus Berlin und ist bei der erfundenen “Tankstellen Bank” Kunde.
Die “Tankstellen Bank” in Berlin hat ein eigenes Parkhaus angeschlossen, durchaus praktisch, da Kameraüberwacht als auch einfach zu Parken. Kein umständliches Parkplatzsuchen vor der Bank mehr.
Dave hat die Tageseinnahmen dabei, die müssen ja eingezahlt werden. Das ist mal mehr, mal weniger viel Geld, aber was immer gleich ist: 80% von dem ganzen Geld werden schon am nächsten Tag von der Mineralölgesellschaft abgebucht. Klar, denen gehört das Geld ja, stammt logischerweise von deren Kraftstoff. Dave, der eine kleine Tankstelle gepachtet hat, muss von den 20% des restlichen Geldes Lieferanten bezahlen. Viel bleibt für Ihn nicht hängen.
zurück zur Story. Dave fährt mit seinem Auto in das entsprechende Parkhaus, sowohl Ein- als auch Ausfahrt sind mit Schranken gesichert und so ist es nötig, dass Fenster runterzulassen und sich einen Coin am Schrankenautomaten zu ziehen. Das ist auch ganz gut so, denn so können die Kunden der Bank immer schön dort Frei Parken und die anderen müssen für das Parken bezahlen.
Dave fällt schon beim Einfahren ein komischer Typ auf, der gerade zu Fuß an der Schranke vorbei schlupft. Den Jackenkragen hochgezogen, die Mütze tief im Gesicht. Dazu zupfelt er die ganze Zeit den Kragen zurecht.
Dave zieht sich den Coin, fährt auf den freien Platz im Parkhaus und wartet das der Kerl in sein Auto steigt und fährt. Irgendwie Paranoid, aber man will seine Existenz ja nicht wegwerfen. Aber der Kerl steigt nicht in das Auto, er steht da einfach nur rum und wartet. Auf was wartet man wohl in einem Parkhaus. Es vergehen Minuten über Minuten. Plötzlich stellt sich der Typ hinter die Glastür, verdeckt durch eine kleine Ecke. Er steht dort also und wartet, Dave kann froh sein, dass er noch die Kappenspitze durch die Glasscheibe sieht. Eigentlich muss er durch diese Tür, um zur Bank zu kommen.
Dave hat natürlich Magensausen, greift folgenrichtig zum Handy und hat was? Genau, keinen Empfang. Keine Polizei, kein Notruf.
Dave wartet weitere Minuten, doch eine Viertelstunde sind ins Land gezogen und kein Mensch kam ins Parkhaus und die Kappenspitze sieht man immer noch durch die Glastür.
Aufmerksamkeit, Dave will unbedingt Aufmerksamkeit erregen. Wieso kommt nun niemand in das Parkhaus gefahren? Dave muss was tuen, also drückt er ein paar Mal kräftig auf die Hupe und wartet, doch es tut sich nichts.
Ein paar Minuten gehen wieder ins Land, da kommt endlich ein Auto angefahren und es ist sogar noch ein Auto der “Tankstellen Bank”. Der Mitarbeiter parkt nicht weit weg von Dave und ein kurzer Blick in den Rückspiegel gibt weitere Entwarnung, der Typ scheint weg zu sein.
Dave rennt zu dem Mitarbeiter, erklärt ihm alles und zusammen schauen sie um die Ecke, hinter die Tür. Niemand da, weit und Breit. Man beschließt zusammen in die Bank zu gehen und sich die Überwachungsanlage anzuschauen, aber wie es immer so ist: Nur Live-Bilder. Keine Aufnahme. Natürlich hat während der ganzen Zeit auch keine Sau auf die Monitore geschaut, sonst hätte jemand eingegriffen.
Dave ist froh, dass alles gut ausgegangen ist.
Ich, ärgere mich über solche Banken und bin froh, dass meine Bank, an einem belebten Ort liegt. Aber was hat das schon zu heißen?

3800€ im Jahr

Samstag, 20. März 2010

An den Gulf-Tankstellen in Thüringen kostet das Prüfen der Luft 1€. Erst dachte ich mich im Radio verhört zu haben, aber tatsächlich, auch die Welt [www] bestätigt das. Laut Gulf-Chef kostet das Prüfen und Instandhalten der Geräte pro Jahr und Station 3800€. Zur Hölle! Was haben die denn für Luftdruckgeräte?

Sollte es bei uns soweit kommen, würde ich den Kunden das Geld vorlegen… Irgendwann reicht es auch mal!

Geplatzter Schlauch

Montag, 15. März 2010

Ich sitze noch im Büro, bereite mich auf meinen anstehenden Kassendienst vor als die Kassiererin ins Büro gestürmt kommt.
“Da steht ne Kundin an der Nummer 2 und tankt. Der läuft das ganze Benzin wieder unten am Auto raus.”

Verdammt, das können nun zwei Liter sein, genauso wie 20. Ich schnappe mir noch schnell aus dem Lager das Kraftstoffbindemittel und beeile mich raus. Nachdem ich überprüft habe, dass sie auch nicht weiter tankt (lacht nicht, viele vergessen das durch den Schreck) habe ich erstmal einen Behälter unter das Auto gelegt um weiteres Auslaufen auf der Fahrbahn zu vermeiden und einen kleinen Ring Bindemittel um das Auto gestreut.
Nachdem ich dann den Werkstattbesitzer gerufen habe, stellte er fest, dass der Schlauch zum Kraftstofffilter gerissen ist und wir das Auto erstmal neben die Werkstatt schieben müssen.
Danach habe ich erstmal eine Viertelstunde lang Bindemittel streuen und kehren dürfen.
Wer Kraftstoffbindemittel nicht kennt: Leicht geklumptes, gelbes Pulver.
Glaubt mir, dass Kehren macht bei kräftigem Wind keinen Spass. Probiert das mal mit einem Kilo Puderzucker vor der Tür…

Das ganze ist zum Glück noch glimpflich ausgegangen. Während meiner Ausbildungszeit hat es eine Kundin mal geschafft 100 Liter Super auslaufen zu lassen, ohne zu merken das sie mit den Füßen mitten in dem kleinen Teich steht und es wahnsinnig Kratzt in der Nase.
Da ‘darf’ man schnell mal die Fahrbahn absperren und die ganze Sauerrei beseitigen, bevor noch ein paar Autos durch die Benzinlache fahren!

Alarmanlage vergessen

Donnerstag, 29. Januar 2009

Bevor wir Morgens mit unserer Arbeit beginnen, müssen wir als erstes nach dem Betreten des Shops unsere Alarmanlage deaktivieren. Dazu hat jeder Mitarbeiter seine spezielle Pin, die auch nur in einem bestimmten Zeitfenster funktioniert. Also kein Mitarbeiter kann Nachts in den Laden ohne das ich informiert werden, dass dient natürlich auch dem Pin-Diebstahl und ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor.

Heute Morgen gehe ich also in den Shop, räume gemütlich den ersten Wagen raus, als mein Telefon klingelt, ich wundere mich zwar noch über die 01805er-Nummer, aber gut, könnte wichtig sein.

Anrufer: “Guten Morgen Herr Walter, ist jemand an der Tankstelle vor Ort?”
Ich: “Moin. Ja, ich!”
Anrufer: “Schön, dann wird es ein guter Morgen?”
Ich: “Was? W0? Wer sind sie denn?”
Anrufer: “Entschuldigung. $Sicherheitsfirma, mein Name ist $Hase! Würden Sie bitte die Alarmanlage deaktivieren?”
Ich: “Ahhhh entschuldigung. Sowas aber auch….!”
Anrufer: “Kein Thema! Auf Wiederhören!”

Ich sag einfach mal nichts über meinen verträumten Morgen…!