22. Januar 2009 ~
Ich mag es nicht zwischen den Stühlen zu sitzen, aber wie es so oft hier ist, kann man es nicht vermeiden.
Da hilft entweder nur vermitteln oder wenn das nicht hilft, dann ein bisschen Rüde dirigieren.
Die zwei besten Beispiele: Es ist Montag Abends, Feierabendverkehr, alle Zapfsäulen sind besetzt. An Zapfsäule 2 tankt ein Kunde und von beiden Einfahrten fahren zwei Kunden auch an die Nummer 2. Nun steht einer vor und einer hinter dem tankenden Wagen. Da ist Ärger vorprogrammiert, jeder will als erster und keiner mag zurückstecken. Da wird gehupt, gebrüllt und der Kunde in der Mitte ist auch genervt zwischen den zwei Streithähnen zu stehen und nicht wegfahren zu können.
Also hilft nur rausgehen und mit beiden sprechen, wenn man dann feststellt, dass da wirklich keiner verzichtet als Erster dran zu sein, dann sag ich ihnen wer da als erstes Tanken kann.
Schließlich geht die verlorene Zeit in doppelter Hinsicht auf meine Kosten, da hat es bisher zwar ein paar böse Gesichter gegeben, aber wiedergekommen sind sie alle. Ich bin ja nicht Böse oder beleidigend, aber irgendjemand muss eben mal Ordnung in das Chaos bringen.
Fall 2:
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Schlagworte: Kunde, Schlange
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12. Juni 2008 ~
Da habe ich am Dienstag mein Ablagefach durchwühlt und darin liegt ein kleiner handgeschriebener Zettel – darauf eindeutig meine Schrift:
“Herr Wolleknäulchen, Handy: 0177-777 777 00 77″.
Verdammt, was in Gottes Namen wollte dieser Herr. Beworben? Nein, nicht das ich wüsste. Zeitschrift bestellen? Nein, dass hätte ich nicht zu mir in den Kasten gelegt. Etwas Zerstört? Nein, auch das hätte ich nciht vergessen.
Ich überlegte und überlegte, aber es ist mir nicht mehr eingefallen. Wenn es etwas wichtiges war, würde er eben nochmal kommen müssen. Und tatsächlich gestern kam der Herr vorbei:
“Sagen Sie mal, läuft das mit meiner beantragten Flottenkarte?”
GENAU das war es, der Herr ist Hausmeister einer benachbarten Schule und will eine Flottenkarte haben. Verdammt nochmal bin ich Blöde, also habe ich das gleich in die Wege geleitet. Mensch Walter!
Eben entdeckt: Das war mein 400. Post!
Schlagworte: Flottenkarte, Kunde, Vergessen
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11. Juni 2008 ~
Diesmal waren wir wirklich Schuld, dass heißt eigentlich unsere Waschanlage. Samstag Morgen bei vollem Betrieb wäscht ein Kunde sein Auto, dass Einschäumen funktioniert Reibungslos, allerdings schieben sich beim Vorfahren der Anlage die Felgenbürsten nach vorne und drücken gegen die Front. Der Schaden wird sich bei mindesten 1500 € einlaufen, aber das Gutachten ist schon zu uns unterwegs. Und das Ganze noch auf die letzten Tage der Anlage.
Wir haben die Maschine vorsichtshalber bis gestern Lahm gelegt da wir natürlich nicht wussten wo der Fehler war und natürlich auch unsere Anlage einen Schaden abekommen hat. Gestern hat der Techniker dann alles Überprüft und Repariert. Schaden bei uns knapp 1000 €. Schuld war eine defekte Lichtschranke die die Felgen eigentlich erkennen sollte.
Schlagworte: Felgenbürsten, Kunde, Schaden, Waschanlage
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5. November 2007 ~
Er ist eigentlich ein unauffälliger Menscht gewesen, er kam immer nur Nachts zu mir an die Tankstelle. Einen doppelten Espresso wollte er haben und ein Päckchen filterlose Zigaretten. Jede Nacht. Mal um Eins, mal um Drei. Aber er war nie über Tag da.
Das besondere an ihm war, dass er grundsätzlich zu Fuss kam. Sein sehr gepflegtes Äußeres lies eigentlich nicht darauf schließen, dass er irgendeine Nachtschicht in einer Fabrik oder ähnliches schob, auch seine äusserst geschickte Retorik und die schon fast penetrante Höflichkeit brannten sich bei seinem ersten Besuch in mein Gedächtnis.
Ich habe mir abgewöhnt, dass ich mir Gedanken darüber mache, wer meine Kunden sind und was sie machen, dass bereitet einem nur Sorgen und Kopfschmerzen, aber dieser Mann war einfach außergewöhnlich. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll… und plötzlich kam er nicht mehr. er war weg.
Ich wollte ihn immer Fragen, wer er war und was er macht. Normalerweise bin ich da sehr unkompliziert, aber bei ihm, es ging nicht.
Nach drei Wochen schlug er auf einmal wieder auf der Tanke auf, dass Gesicht etwas eingefallen, aber ansonsten machte er einen Eindruck auf mich wie immer, nur noch Geheimnisvoller.
Sechs Wochen später, er kam immer noch, ich saß an meinem freien Wochenende am TV, zappte durch und plötzlich lief im Privatfernsehen eine Jobshow und wer war da? ER!
Er ist Unternehmensberater (mit anscheinend seltsamen Arbeitszeiten) und hat bei dieser Show mitgemacht…
ER macht bei SOLCHEN Dingern mit? Seitdem war die Magie um seine Person für mich raus… Er wirkte einfach wie jeder andere Kunde auch… normal eben.
Schlagworte: Arbeit, Kunde
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